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Würselen: „Künstler aus der Nachbarschaft” stellen aus

Würselen : „Künstler aus der Nachbarschaft” stellen aus

Die Beschäftigung, mehr noch: die Auseinandersetzung mit Kunst hat in der Pfarre St. Pius X. seit Pfarrer Mays Zeiten Tradition. Mit der Ausstellung „Künstler aus der Nachbarschaft” lebte sie jetzt neu auf. Dabei wurde das Pfarrheim zu einem kleinen Museum umfunktioniert.

Die Sprecherin des Gesamtpfarrgemeinderates St. Pius/St. Marien, Elisabeth Fell, der die Initiative zu dieser Ausstellung ergriffen hatte, freute sich, dass so viele Künstlerinnen und Künstler - 20 an der Zahl - sich angesprochen gefühlt hatten. Unter ihnen auch solche, die sonst kaum die Gelegenheit haben, ihre kreatives Schaffen ins öffentliche Rampenlicht zurück. Auch das war eine Intention, die mit der umfassenden Präsentation verbunden war.

In der Ausstellung begegneten die Besucher einer Reihe von Künstlern, die sich längst über die Pfarrgrenzen und die Stadt hinaus einen Namen gemacht haben. Sie wartete aber auch mit eindrucksvollen Exponaten von jungen Seiteneinsteigern auf, die das gesamte Spektrum der ausgestellten Werke dadurch nur noch bereicherten.

Die besondere Aufmerksamkeit rief Kunstic, der in Scherberg beheimatete Profikünstler, mit seinen beiden großflächigen Werken „Die göttlichen Totengräber”, zu Papier gebracht auf aufgedruckten Texten von Friedrich Nietzsche, und „Petri Befreiung”, mit Bibeltextseiten unterlegt, hervor.

Keine Lehren gezogen

Mit den „Totengräbern” regte Kunstic zum Nachdenken darüber an, dass die Menschen immer noch keine Lehren aus der Geschichte gezogen hätten. Nicht nur bei diesem Kunstwerk wurde der Betrachter mit dem Krieg konfrontiert. Auch in „Blut und Öl” wurde dieses Thema auf dem Hintergrund der Ereignisse im Irak offen angerissen, erst recht aber in den literarischen Texten, die der Künstler korrespondierend zu Papier gebracht hatte. Seine mahnende Frage „Quo vadis homo” (Wohin gehst du Mensch?). Offen trat er mit seinen meist in Arcryl gemalten Bildern für Menschlichkeit ein.

Der Bogen künstlerischen Schaffens wurde weit gespannt, angefangen bei den Werken des Profis über Metallplastiken bis hin zu ausgereifter Seidenmalerei, Handrushing. Aber auch Kunstkarten fanden ihren Platz. Gegenständliches und Abstraktes traten in unterschiedlichen Techniken zueinander in Beziehung, wobei die Aquarelltechnik überwog. Form und Farbe spiegelten Emotionen und Gedanken facettenreich wider. Gekennzeichnet war die Ausstellung durch eine bunte Vielfalt, was Techniken und Motive, Wiedergabe von Empfindlichkeiten beziehungsweise Befindlichkeiten anbetraf.

Fantastische Kreativität

Die Besucher kamen aus dem Staunen nicht mehr darüber heraus, was doch an künstlerischer Schaffenskraft und an fantastischer Kreativität meist im Verborgenen - vor allem von jüngeren und jungen Frauen - entwickelt wird. Dabei wurde auch der Blick über den Tellerrand der beiden „vereinten” Pfarrgemeinden hinaus gelenkt.

Schließlich machte noch der Pegasus-Literaturkreis mit literarischen, meist lyrischen Texte seine Aufwartung. Nicht nur die Besucher kamen auf ihre Kosten. Vielmehr auch die vielen Künstlerinnen und Künstler selbst, die sich ob der reichen Vielfalt der ausgestellten Exponate austauschen und sich gegenseitig künstlerisch befruchten konnten.