Künftig gibt Alsdorf weniger Geld für Kulturinitiativen aus

Ausgaben : Stadt Alsdorf kürzt freiwillige Ausgaben bei Kulturinitiativen

Am frühen Abend, als St. Martin mit vielen Kindern und Laternen durch Alsdorf-Mitte zog, war diese hilfsbereite Symbolfigur auch Thema im Alsdorfer Rathaus. Dort wurde im Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur darüber debattiert, ob sich die Kommune noch die Zuschüsse für Martinszüge leisten kann.

Dieses Geld, im Jahre 2017 exakt 1000 Euro, ging bisher an die Veranstalter der Martinszüge wie Grundschulen, Kindergärten, Kirchengemeinden und Vereine in Alsdorf. Die müssen sich die Summe teilen, so dass im vergangenen Jahr pro Kind, das an einem Martinszug teilnahm, 0,26 Euro Förderungen entfielen Nicht viel, aber immerhin und vor allem eine wichtige Geste der Stadt als Form von Anerkennung.

Die Verwaltung schlug nun vor, diese Mittel zu streichen, da zur Abwicklung der Zuschüsse ein erheblicher Verwaltungsaufwand zu betreiben sei, der in keinem Verhältnis zu den zu gewährenden Zuschüssen stehe. Der Wegfall der Zuschüsse würde wohl „aufgrund der marginalen Höhe nicht zum Wegfall der Umzüge führen“.

Hintergrund dieses und weiterer Kürzungsvorschläge bei Zuschüssen im kulturellen Bereich ist laut Stadtverwaltung, „dass sich die finanziellen Rahmenbedingungen der Kommune weiter verschlechtert haben, der Zwang zur Haushaltskonsolidierung und zur Begrenzung der freiwilligen Leistungen besteht, so dass eine erneute Kürzung geprüft werden muss“.

Sandra Niedermaier (SPD) räumte zwar ein, dass die Stadt weiter sparen müsse, machte aber einige Änderungsvorschläge für den Maßnahmenkatalog, die das Einsparziel von 4000 Euro unterm Strich einhalten. Nach intensiver Diskussion in der SPD-Fraktion sei man zum Schluss gekommen, die Förderung der Martinszüge beizubehalten. Diese 1000 Euro würden kompensiert, indem etwa auf die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung des Zuschusses von 150 auf 500 Euro an den Kunstverein Alsdorf verzichtet werde. Zudem sollen die Zuwendungen an das Partnerschaftskomitee nicht von 6500 auf 7000 Euro gesteigert werden. Im Gegenteil: Es sollen nur noch 6350 sein.

Sparmaßnahmen

Und so sieht die weitere Liste der Sparmaßnahmen aus, um die Aufwendungen per saldo um 4000 Euro zu senken. Die bisherige Förderung der IG Chöre und Instrumentalvereine in Höhe von 1850 Euro wird eingestellt, ebenso die Unterstützung in Höhe von 500 Euro für den Stadtverband der Spielmannszüge. Auch der Verein Kultur International erhält kein Geld mehr (500 Euro). Allerdings ruhen dessen Vereinsaktivitäten ohnehin, teilte die Verwaltung mit. Weitere Maßnahmen: In Absprache mit der Kulturgemeinde wird der jährliche Zuschuss um 500 auf 2000 Euro gekürzt. Der Verein Bergbaumuseum Grube Anna bekommt auch nur noch 2000 Euro (zuvor 2500).

Zur Förderung des Karnevals bleibt es bei 2500 Euro, die Mittel werden aber aufgrund geänderter Einwohnerzahlen gerundet und neu zugeordnet.

Der Ausschuss folgte mehrheitlich den Änderungsvorschlägen der SPD und den anderen Vorschlägen der Stadtverwaltung.

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