Alsdorf: Kubiz: Wasserleitung nicht korrekt verlegt?

Alsdorf: Kubiz: Wasserleitung nicht korrekt verlegt?

„Wenn das ein paar Wochen später passiert wäre, wäre das viel schlimmer geworden“, sagt Martin Wüller zu dem schweren Wasserschaden im fast fertiggestellten Kultur- und Bildungszentrum (Kubiz) auf dem Annagelände.

Wüller ist stellvertretender Leiter des Dalton-Gymnasiums. Wäre Wüllers Schule bereits mit Sack und Pack eingezogen, wäre das Krisenmanagement viel schwieriger. So bleibt die Schulgemeinde eben noch solange am Standort Ofden, bis der Bauherr, die Grund- und Stadtentwicklungsgesellschaft (GSG), die Schäden mit entsprechenden Fachfirmen behoben hat, sagt er.

Verzögerung „handhabbar“

„Wenn es auch sehr gut gewesen wäre, bald in neuen modernen Räumen zu sein, wird letztlich die Qualität einer Schule von innen her bestimmt“, verweist Wüller auf ein aus seiner Sicht sehr gut funktionierendes Dalton-Gymnasium. Die zum Umzug geplanten Aktionen würden entsprechend verschoben, aber nicht aufgehoben. Auch die Absprachen des Zusammenwirkens mit der Realschule würden eben später zum Zuge kommen. „Das ist alles handhabbar“, sagte Wüller.

Realschulleiterin Reinhild Behr-Bennemann reagiert ebenfalls gefasst auf die Nachricht, dass der Umzugstermin nicht zu halten sein wird. „Die Räume der Realschule im Kubiz sind zwar nicht in dem Umfang betroffen wie die des Gymnasiums, aber an der Beseitigung der Schäden hängt viel dran. Das geht nicht so schnell.“ Sie habe das Kollegium per Mail — mit den Berichten aus unserer Zeitung ergänzend — benachrichtigt und gerade auch die Schüler per Durchsage informiert.

„Natürlich werden wir mit vielen Fragen bombardiert. Wir werden jetzt die bereits gepackten Umzugskartons erst einmal nicht wieder ausräumen“, betont sie. Diese Sachen würden jetzt erst einmal nicht für den laufenden Unterricht benötigt. Auch das für Anfang Juli geplante Abschiedsfest wird wie geplant stattfinden, zumal auch viele Ehemalige dazu eingeladen sind, sagt Behr-Bennemann.

Bis das Kubiz bezugsfertig ist, kann es noch dauern. Am Donnerstag schaute sich ein Mitarbeiter eines Gutachterbüros aus Berlin vor Ort um. Zwei Gutachter waren schon da. Grund: Für die nun geforderten Versicherungen müssen die Schäden und natürlich die Schadensursache aufgenommen werden, um für die weitere Abwicklung gerüstet zu sein, wie Erster Beigeordneter Ralf Kahlen sagte. Notfalls auch für juristische Auseinandersetzungen.

Dazu könnten „wirtschaftliche Folgeschäden“ gehören. Kahlen nennt ein Beispiel: Bauherr GSG hat mit der Stadt Alsdorf als Schulträger einen Mietvertrag über die Nutzung des Kubiz durch Gymnasium und Realschule abgeschlossen. Mit der Miete werden die Kredite abgetragen, die die GSG zur Finanzierung aufnehmen musste. Wenn Nutzung und Mietzahlung später eintreten, muss der Ausfall von Zins und Tilgung per Versicherung finanziert werden.

Wie am Montag festgestellt, war am vergangenen Wochenende eine Frischwasserleitung in der Decke des ersten Obergeschosses nahe den Räumen undicht geworden, die für die Schulverwaltung des Gymnasiums vorgesehen sind. Das Wasser breitete sich bis ins Untergeschoss aus, in dem sich drei Sporthallen befinden, und richtete schwere Wasserschäden in Böden, Decken und Wänden an. Inwieweit die Haustechnik in Mitleidenschaft gezogen wurde, steht noch nicht fest. Teile der Beleuchtung sind jeweils ausgefallen, wie zu erfahren war.

Es handelt sich bei dem undicht gewordenen Teilstück um zwei ineinandergepresste Metallrohre, die unbemerkt wieder auseinandergerutscht waren. Ein Mann vom Fach, der Zeit seines Arbeitslebens mit der Beseitigung solcher und ähnlicher Störfälle befasst ist, meldete sich aufgrund unserer Berichterstattung zu Wort. Der Spezialist, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, sagte, dass es sich bei Pressverbindungen („Fitting“) um ein übliches Verfahren handle.

Dies werde von Firmen deshalb bevorzugt angewendet, weil es deutlich weniger an Lohnkosten verursacht als beim Löten von Wasserleitungen anfallen würden. Der Nachteil dabei sei aber, dass bei arbeitsteilig und quasi im Akkord verlegten Leitungen bisweilen nicht erkennbar ist, ob die Rohrstücke weit genug ineinander gesteckt worden sind, bevor sie mit einem Spezialwerkzeug „verpresst“ werden.„ “

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