Alsdorf: Kubiz: Wasser breitet sich weiter aus

Alsdorf: Kubiz: Wasser breitet sich weiter aus

Das Wasser bahnt sich scheinbar unaufhaltsam seinen Weg durch den Neubau des Kultur- und Bildungszentrums (Kubiz) Alsdorf. Dem Vernehmen nach werden bei Feuchtigkeitsmessungen tagtäglich neue Flächen in die Liste der zu ersetzenden Bauteile aufgenommen.

Wie in einem Schwamm breitet sich das Wasser, das sich aufgrund eines Lecks in einer Frischwasserleitung in der Zwischendecke der ersten Etage am letzten Maiwochenende erst über das erste Obergeschoss, dann über die darunter liegenden Geschosse verteilt hat, aus. Deshalb kann auch die genaue Schadenshöhe nach wie vor nicht genau beziffert werden, geschweige denn, wann das Gebäude fertiggestellt ist und die Schulen einziehen können.

Rückbauarbeiten

Derweil schreiten die Abrissarbeiten fort. Das Gebäude wird zurückgebaut. Die Hoffnung, vieles durch konsequentes Trocknen retten zu können, stirbt mit jedem Tag ein Stückchen mehr. Der Estrich wird rausgestemmt, Wände entfernt. Tausende Quadratmeter Wandfläche seien bereits rausgerissen, so die Technische Geschäftsführerin der Grund- und Stadtentwicklungs GmbH, Kathrin Koppe, auf Nachfrage unserer Zeitung. Und rund 2000 Quadratmeter Estrich. Und das seien nur Teilbereiche.

Die offizielle Stellungnahme der Stadt Alsdorf, die das Gebäude eigentlich schon in diesem Sommer anmieten und Realschule sowie Gymnasium zur Nutzung überlassen wollte, lautet so: „Die Schadensaufnahme und der dazu nötige Rückbau ist noch nicht beendet. Vorher kann keine Auskunft zu Umfang oder Kosten des Schadens sowie zu neuen Bauzeiten gegeben werden. Die Gutachter sind noch zugange. Der Abschluss der Schadensaufnahme wird in circa drei bis vier Wochen erwartet. Derzeit kann leider keine Auskunft zur Schadensursache gegeben werden, da dem versicherungstechnische Fragen entgegenstehen.“

Mit dem letzten Satz ist die Frage nach der Ursache des Lecks in der Leitung gemeint. Materialschwäche, extreme Druckschwankungen oder schlicht ein Montagefehler sind als Erklärungen denkbar. Bei letzterem müsste die Haftpflichtversicherung des Handwerkbetriebs einspringen. Zu den Erneuerungen am Bau kommen Vermögensschäden in noch nicht näher benannter Höhe.

Die GSG selbst hat eine Bauleistungsversicherung abgeschlossen, die Bauunternehmer und Bauherren vor Schäden, die unvorhersehbar sind und während der Bauzeit auftreten, schützen soll. Je nachdem, wie es ausgeht, könnten sogar beide Versicherungen in Anspruch genommen werden.

Das Ergebnis liegt vor

Wesentlich ist in dieser Frage das Ergebnis des Düsseldorfer Instituts, das den Leitungsabschnitt untersucht hat. Das Rohr vom Durchmesser eines handelsüblichen Wasserhahns ist wenige Tage nach besagtem Maiwochenende eingeschickt worden. Das Ergebnis liegt auch vor. Da aber — wie gesagt — Schadenshöhe und Regressansprüche noch nicht abschließend geklärt sind, kann es an dieser Stelle nicht veröffentlicht werden.