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Würselen: Krokodil-Alarm im Teich: Besitzer wollte abschrecken

Würselen : Krokodil-Alarm im Teich: Besitzer wollte abschrecken

Es hätte die Sensationsnachricht der Sommerferien werden können: Wegen eines Krokodils in einem Anglerteich wurde die Polizei am Freitag nach Würselen gerufen. Vor Ort stellte sich die Sache dann aber etwas anders dar.

„Da hätten wir fast das Los gezogen, das Sommerloch zu füllen“, bilanzierte ein Sprecher der städteregionalen Polizei am Nachmittag. Da „der Kelch an uns vorübergegangen“ sei, wurde ein durchaus unterhaltsamer Einsatzbericht daraus.

Am Morgen hatte ein Wanderer an einem Angelteich entlang der Wurm einen großen Kopf aus dem Wasser ragen sehen. Seiner ersten - aus sicherer Entfernung gefällten - Einschätzung nach handelte es sich möglicherweise um einen Kaiman aus der Familie der Krokodile.

„Hinter einem Drahtzaun vermeintlich geschützt, nahm der Naturliebhaber mittels kleiner Steinchen, die er in Richtung Kaiman warf, Vitalversuche vor“, berichtete die Polizei. Die verfehlten jedoch zunächst ihr Ziel und somit auch die Wirkung.

Weiter im Bericht: „Da keine Artgenossen des Kaimans und auch nicht des Wanderers zu vernehmen waren, erfolgte mittels Handy der Ruf nach der Polizei.“ Bis zu deren Eintreffen zeigten die beharrlich weiter durchgeführten Vitalversuche dann doch Wirkung: „Der Kaiman, sichtlich getroffen, taumelte davon.“ Bei dieser Flucht wurde allerdings deutlich, dass sein Körper nicht aus Fleisch und Blut bestand, sondern aus Polyethylen, also Plastik.

Für die alarmierte Polizei bestand dementsprechend kein Handlungsbedarf mehr. Die Ermittlungen ergaben, dass der Besitzer des Teiches, selber zur Zeit in Urlaub, durch das Plastiktier wohl unliebsame Zeitgenossen von seinem Teich fernhalten wollte. Fast hätte es auch zur Sommer-Sensation des Jahres 2015 gereicht.

Vor 21 Jahren, im Sommer 1994, sorgte ein ausgebüchster Brillenkaiman in einem Baggersee bei Dormagen für Schlagzeilen. Der wie ein Haustier gehaltene „Sammy“ hatte sich beim Schwimmen von der Hundeleine seines Herrchens gelöst und konnte erst nach tagelanger Suche wieder eingefangen werden.

Die Geschichte des Reptils gilt seitdem als Klassiker der Ferienberichterstattung in der nachrichtenarmen Sommerzeit. „Sammy“ wechselte in den folgenden Jahren mehrmals den Besitzer, bis er von 2006 an auf einer Alligatorfarm in Hessen lebte. Vor zwei Jahren sorgte er ein letztes Mal für sommerliche Schlagzeilen - als er im August 2013 endgültig die gelben Augen schloss.

(red/pol)