1. Lokales
  2. Nordkreis

Nordkreis: Kritische Worte und dringende Mahnung

Nordkreis : Kritische Worte und dringende Mahnung

An vielen Gedenkplätzen in den Nordkreisstädten haben Bürger am Volkstrauertag der Toten der Kriege und der Opfer von Terrorismus gedacht.

In Herzogenrath zog ein Schweigemarsch vom Parkplattz Bergerstraße zum Ehrenmal an der Kleikstraße. Hier legte Vize-Bürgermeisterin Marie-Theres Sobczyk einen Kranz nieder.

Das Trommler- und Pfeiferkorps, die Harmonie Cäcilia und die Kirchenchöre St. Marien, St. Gertrud sowie St. Antonius unter Leitung von Andrea Nell sorgten für würdige musikalische Untermalung.

Die Feier wurde begleitet von Abordnungen der Polizei, der Feuerwehr und erstmals der Jugendfeuerwehr Herzogenrath-Mitte.

„Wir denken an die vielen Toten der Kriege. Immer mehr steigt dabei die Zahl der zivilen Opfer, vor allem der Frauen und Kinder. Wir denken an die Opfer des Terrorismus und der Selbstmordattentate, aber auch die Opfer des so genannten Kampfes gegen den Terrorismus, an die Opfer von Gewalt und Folter, von wem auch immer sie ausgehen”, sprach Dechant Heinz Intrau klare Worte, indem er auch den Irak-Krieg und eine kritische Würdigung der Rolle der USA, den verdrängten Tschtschenien-Krieg und die ausweglose Lage in Israel und Palästina in seine Gedanken mit einbezog.

„Trauer um die Opfer von gestern und heute macht uns fähig zum Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden, ob es den in Politik und Wirtschaft Mächtigen gefällt oder nicht”, appellierte der Dechant an Wachsamkeit und Zivilcourage: „Wir sind gefordert, jeder und jede von uns! Keiner kann heute sagen, er hätte nichts gewusst. Wir wissen um das Leid und den gewaltsamen Tod in der Geschichte und heute. Daraus wächst unser Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit. Sonst wären der Volkstrauertag und unsere Beteiligung daran nur eine billige Ausrede.”