Herzogenrath: Konzept für den „DORV”-Laden in Pannesheide steht

Herzogenrath: Konzept für den „DORV”-Laden in Pannesheide steht

Sie sind „sehr schnell schon sehr weit” gekommen, wie Mit-Initiator Wilfried Hammers freudig zusammenfasst. Und dabei natürlich auf die guten Erfahrungen aus Jülich-Barmen verweist, auf die man dankenswerter Weise habe zurückgreifen können.

Die Rede ist vom geplanten DORV-Zentrum im Stadtteil Pannesheide, in dem es außer einer Pizzeria und dem Pfarrheim nicht mehr viel an öffentlichen Versammlungsstätten gibt. Von Einkaufsmöglichkeiten mal ganz abgesehen.

„Dienstleistung und Ortsnahe Rundum-Versorgung” verbirgt sich hinter dem DORV-Kürzel. Und beteiligen sollen sich so viele wie möglich, damit es in Pannesheide wieder einen Laden gibt, in dem man frische Backwaren, Fleisch und Wurst, Obst und Gemüse und andere Dinge des täglichen Bedarfs bekommen kann. Die seit Jahren leer stehende „Dorfschänke”, bis zum Umzug der Grenzwacht auf den Sportplatz nach Forensberg das Vereinslokal, soll auf diesem Weg mit neuem Leben gefüllt werden.

Das Konzept haben Hammers und seine Mitstreiter vielfach vorgestellt, nun rühren sie die Werbetrommel, um das finanzielle Fundament auszubauen.

90.000 Euro bedarf es, um den neuen DORV-Laden aufzubauen. Davon fallen 68.000 Euro für Umbau, Einrichtung und Waren-Erstausstattung an, 22.000 Euro sind für den operativen Bedarf (Personal, Notar, Steuerberater etc.) errechnet worden. Der DORV-Laden wird wegen der Haftungsbeschränkung als GmbH mit einem Stammkapital von 25.000 Euro sowie als GbR installiert, die es ermöglicht, Gesellschafter hinzuzufügen oder zu entlassen. Denn möglichst viele Bürger sollen als Miteigentümer eingetragen werden. 50.000 Euro der Kosten sollen über Bürgerbeteiligungen getragen werden.

Hier schwebt den „DORVlern” ein Konzept in Kooperation mit der Bochumer GLS-Bank vor: Interessierte können über Einzelkreditverträge Anteile am Laden erwerben und somit in den Genuss von kürzeren Wegen hin zu frischen und lokalen Produkten - auf Wunsch auch mit Lieferservice -, eines neuen Kommunikationszentrums und eines Bistros kommen. Er trägt aber auch das unternehmerische Risiko mit, darüber möchten die Initiatoren gar kein Hehl machen. Die privaten Einzelkredite zugunsten der DORV-Laden-Finanzierung können bei der GLS-Bank bis zu einer Höhe von 3000 Euro aufgenommen werden und sind über eine Laufzeit von fünf Jahren rückzahlbar.

„Man kann diesen Anteil auch an jemand anderen übertragen, er ist wie normaler Besitz vererbbar”, erläutert Hammers. Willenserklärungen für 20.000 Euro liegen bereits vor. Fehlen noch 30.000 Euro, um die Ladentür öffnen zu können. „Wir haben viel Optimismus und sind sicher, auch die wenigen Bedenkenträger zu überzeugen”, sagt Wilfried Hammers.

Drei neue Stellen

„Denkbar sind natürlich auch direkte Anteilseignerschaften per Einmalzahlung”, ergänzt Mitorganisator Alexander Schulze.

Drei volle Stellen sollen über den DORV-Laden eingerichtet werden, für Verwaltung und Logistik, Verkauf und das Bistro. Über die Bewirtung von Gästen wollen die „DORVler” einen Teil der Kosten decken.

„Wir haben auch schon viele Ideen für Veranstaltungen”, möchten die Initiatoren ihr Konzept stufenweise umsetzen. Konkret angedacht ist etwa ein Sonntags-Café, „denn hier kreuzen sich die Fahrradrouten vieler Ausflügler”, weiß Wilfried Hammers. Da bietet sich doch ein leckeres Stück Kuchen aus der Hausbäckerei und ein duftendes Tässchen Kaffee geradezu an...

Wer das DORV-Zentrum in Pannesheide unterstützen möchte, kann sich melden bei Alexander Schulze, 02407/902486 oder E-Mail: kontakte@dorv-pannesheide.de