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Alsdorf: „Konzept Alsdorf” soll für Sicherheit sorgen

Alsdorf : „Konzept Alsdorf” soll für Sicherheit sorgen

Es geht auch um ein Gefühl. Das Gefühl der Sicherheit. In einer Kommune, die in der Region derzeit ganz oben steht, was die Zahlen der Raubüberfälle und Randalierer, der Autoaufbrüche und Sachbeschädigungen betrifft.

Um gut zehn Prozent ist die Gesamtkriminalität in Alsdorf im vergangenen Jahr gestiegen. Und im ersten Quartal 2009 zeichnet sich ab: es kommt noch schlimmer!

„Konzept Alsdorf” heißt ein neues Netzwerk, mit dem die Polizei Straftäter abschrecken und Bürger beruhigen möchte.

„Das ist das erste Mal, dass die Aachener Behörde so breit gefächert in eine Kommune geht”, sagt Polizeisprecher Paul Kemen. Das von Hauptkommissar Uwe Tröbs entwickelte Konzept setzt dabei auf zwei Dinge. Zum einen auf die verstärkte interne Vernetzung.

Kollegen aus einzelnen Direktionen wie Kriminalität, Gefahrenabwehr oder Verkehr sollen sich künftig reger und rascher austauschen. „Wir wollen den Verlust wichtiger Informationen minimieren”, sagt Tröbs, der für die Kollegen zum Koordinator und Ansprechpartner im „Konzept Alsdorf” wird.

Sichtbar werden

Zum anderen wollen die Beamten vermehrt Präsenz zeigen, vor allem in der Innenstadt. Tröbs: „Wir wollen für den Bürger bewusst noch sichtbarer werden.”

Rundgänge - etwa am Annapark und in der Bahnhofstraße - und zusätzliche Verkehrskontrollen sollen dazugehören. Ebenso Besuche in Spielhallen und Geschäften. Dabei wollen die Polizisten auch den Dialog suchen. Mit Kaufleuten etwa, die bisweilen über Angst vor Diebstählen klagen. Oder mit Jugendlichen. „Die haben wir besonders im Blick”, sagt Tröbs.

Nicht allein, weil sie häufig in der Kriminalitätsstatistik auftauchen, „sondern weil sie die Erwachsenen von morgen sind. Wir wollen mit der Zielgruppenarbeit frühstmöglich ansetzen.” Mit im Boot sind deshalb das Alsdorfer Jugendamt sowie das Ordnungsamt, das seit 2005 eine Ordnungspartnerschaft mit der Polizei pflegt.

Auch in den einzelnen Ortsteilen will die Polizei präsenter sein. Sprecher Paul Kemen: „Relativ unauffällig sind derzeit in Alsdorf eigentlich nur Schaufenberg, Kellersberg, Ofden und Busch.”

Bis September soll das „Konzept Alsdorf” zunächst laufen. Bewährt es sich, „wird es Teil unserer alltäglichen Arbeit werden”, sagt Uwe Tröbs. Anwendbar könnte es später auch auf andere Kommunen sein. Denn Alsdorf muss nicht Spitzenreiter in der Kriminalitätsstatistik bleiben.

Tröbs warnt davor, die Stadt dauerhaft damit zu assoziieren. „Wir haben lediglich derzeit ein erhöhtes Aufkommen. Das kann hier aber in ein paar Jahren schon besser und dann vielleicht in einer ganz anderen Stadt der Fall sein.”