Nordkreis: Kommunen rechnen mit neuen Flüchtlingszuweisungen

Nordkreis: Kommunen rechnen mit neuen Flüchtlingszuweisungen

Es kommt wieder Bewegung in die Zuweisung von Flüchtlingen.

Nachdem in den vergangenen Monaten aufgrund der geschlossenen Grenzen entlang der Balkanroute und des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei deutlich weniger Hilfesuchende in den Städten und Gemeinden zu verzeichnen waren, hat die zuständige Bezirksregierung in Arnsberg diversen Kommunen jetzt weitere Neuankömmlinge avisiert. Der Grund im Wesentlichen: Die Weiterverteilung der Menschen, die bislang in den mittlerweile aufgelösten Notunterkünften gelebt haben.

Herzogenrath, so die Mitteilung von Bürgermeister Christoph von den Driesch an den Stadtrat, ist gehalten, bis Ende September bis zu 250 Menschen unterzubringen. „Trotz aller Kritik“, so von den Driesch: „Es war gut, an der Waidmühl festzuhalten.“ Die Merksteiner Turnhalle war ebenso wie die Dreifachturnhalle am Schulzentrum Bardenberger Straße bis Ende April als Notunterkunft genutzt worden, ein Umstand, der bislang auf die Zuweisungsquote angerechnet wurde. Künftig wird dies auch in allen anderen Kommunen, die Erstaufnahme-Camps unterhielten, nicht mehr der Fall sein.

Nur noch sechs Personen wohnen zurzeit in der Halle Waidmühl, die so bald wie möglich ebenfalls dezentral untergebracht werden sollen.

Insgesamt leben in Herzogenrath 530 zugewiesene Flüchtlinge — eine Zahl, die sich täglich ändere, so von den Driesch, je nachdem wie die Asylbewerber anerkannt würden.

Die Turnhalle am Schulzentrum wird zurzeit noch zurückgebaut und soll nach den Sommerferien wieder für den Sport zur Verfügung stehen. Sicherheitshalber vorhalten möchte der Bürgermeister aufgrund der neuen Entwicklung indes die momentan ungenutzte Turnhalle an der Geilenkirchener Straße: „Niemand kann sagen, wie sich die Lage in Europa entwickelt.“ 30 Menschen können hier aufgenommen werden.

In der Halle Waidmühl sowie der Leichtbauhalle auf dem Sportplatz daneben ist Platz für insgesamt rund 300 Menschen.

350 zugewiesene Flüchtlinge leben derzeit in Baesweiler, wie der Erste Beigeordnete Frank Brunner auf Anfrage unserer Zeitung darlegt. Bis Ende September, so auch hier die Mitteilung aus Arnsberg, seien bis zu 130 weitere Hilfesuchende zu erwarten.

Da kommt es auch in Baesweiler zupass, dass Unterbringungskapazitäten „bewusst nicht abgebaut“ worden seien. So ist die Lessing-Turnhalle „sicherheitshalber“ noch nicht wieder „zurückgeführt“ worden, wie Brunner erläutert. „Es liegt nicht in der Hand der Kommunen, wie sich die Flüchtlingsströme entwickeln“, weiß Brunner aber auch um das Verständnis seitens der Bevölkerung und zeigt sich dankbar für das ehrenamtliche Engagement der Bürger, „das immer noch hervorragend ist“.

Mit bis zu 210 neuen Zuweisungen bis zum Jahresende rechnet Alsdorfs Sozialamtsleiter Wolfgang Schleibach, die ersten 100 bis 110 sollen schon im August kommen. Aufgrund der wenigen Neuzuweisungen in den vergangenen Monaten und durch Wegzüge von Flüchtlingen gebe es etwas Luft bei den Unterbringungsmöglichkeiten, die auch weiterhin möglichst dezentral sein sollen.

Die vormals als Notunterkunft genutzte Turnhalle des Berufskollegs am Heidweg soll nach den Sommerferien wieder dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen. Insgesamt leben in Alsdorf zurzeit 646 zugewiesene Flüchtlinge.

555 zugewiesene Hilfesuchende verzeichnete die Stadt Würselen Ende Juni — vorwiegend dezentral, hauptsächlich in Privatwohnungen, bis Juni auch in Hotels untergebracht. Auch in Würselen, so teilt Pressesprecher Bernd Schaffrath mit, gehe man von weiteren Zuweisungen aus, verlässliche Zahlen lägen aber bislang noch nicht vor.