Nordkreis: Kommentiert: Vom richtigen Maß kommunaler Daseinsvorsorge

Nordkreis: Kommentiert: Vom richtigen Maß kommunaler Daseinsvorsorge

Weitere Steuererhöhungen als der Weisheit letzter Schluss?

Da ist die Wut des Volkes programmiert, solchem Druck könnte auch eine große Koalition nicht standhalten. Also rücken nun die Standards ins Visier. Mit Kleinvieh wie Vereinszuschüssen wollen sich die Großkoalitionäre folglich gar nicht mehr aufhalten.

Das macht bekanntlich zwar auch Mist, aber selbst wenn man alle Zuwendungen an Vereine und Institutionen in der Stadt auf einen Schlag streichen würde, könnte dies das strukturelle Defizit nicht ausgleichen. Also muss man endlich ran an die Substanz der kommunalen Daseinsvorsorge. Vorbehaltlich gründlicher Prüfungen der Zumutbarkeit für die Einwohnerschaft, versteht sich.

Auf dass die Rodastadt weiterhin „lebens- und liebenswert“ bleibt — eine Losung, die nicht fehlen durfte beim Pressegespräch am Montag. Einige der ins Feld geführten Ansatzpunkte liegen in der Tat auf der Hand: Braucht die Stadt tatsächlich 13 Friedhöfe? Oder für jeden Fußballverein einen Sportplatz?

Andere Städte, das hat der SPD-Fraktionschef bereits dargelegt, haben in punkto Sportplatz-Optimierung schon weite Pässe vorgelegt. Hallensporttreibende Vereine sind derweil schon länger zusammengerückt: Kohlscheids Schwimmhalle ist geschlossen, eine Turnhalle aus Brandschutzgründen ebenfalls, und zwei Turnhallen dürfen wegen unsachgemäß montierter Deckenplatten nur eingeschränkt genutzt werden.

Anderes, das jetzt auch auf den Prüfstand soll, birgt indes Zündstoff: Schulen etwa ins Visier zu nehmen, hieße bei der Bildung anzusetzen. Mit dem Gymnasium und den beiden Gesamtschulen nur noch drei weiterführende Schulen überhaupt in der Stadt zu haben, ist bereits ein Konsolidierungsmodell, um alle Schulabschlüsse zu ermöglichen — in konsequenter Reaktion auf den Elternwillen.

Jetzt sollte es selbstverständlich sein, alle drei Schulen bezüglich ihrer Standards gleich zu behandeln.