Kommentiert: Frage der Fairness

Kommentiert: Frage der Fairness

Die Grünen bleiben sich selbst treu. Das muss man ihnen lassen. Die Linie, die sie konsequent im Rat und in den Ausschüssen verfolgen, verlassen sie auch nicht in der Gesamtschau auf die Entwicklungen in Alsdorf, interfraktionelles Miteinander und das Zusammenspiel mit der Verwaltung. Aber bei knapp 20 Punkten auf der Liste kein einziger positiver?

Da hätte man ein etwas differenzierteres Bild erwarten können. Opposition hin oder her. Ob alle Kritikpunkte ihre Berechtigung haben, ist außerdem mit einem Fragezeichen zu versehen. Ja, Alsdorf ist eine sehr dicht besiedelte Stadt. Aber: Sie ist in ihren Grundzügen historisch so gewachsen und in ihrem räumlichen Entfaltungsspielraum durch mehr oder weniger natürliche Grenzen limitiert. Die Halden nämlich.

Nächster Punkt: Das Kubiz hätte alles andere in den Schatten gestellt. Richtig ist, dass es das größte Projekt der vergangenen Jahre ist. Richtig ist auch, dass sich Politik und Verwaltung über einen langen Zeitraum sehr intensiv damit befasst haben. Mehr als ihnen lieb war, muss man an dieser Stelle aber hinzufügen. Denn die massiven Probleme, die an alter und neuer Bausubstanz auftraten, hat sich sicherlich keiner gewünscht.

Dass andere Vorhaben deshalb vernachlässigt worden wären, ist schlichtweg falsch. Der Sportstättenentwicklungsplan etwa erforderte viel Zeit und Fingerspitzengefühl, die Umsetzung ebenso. In den einzelnen Stadtteilen Wohnangebote für alle Alters- und Einkommensklassen zu schaffen, ist auf einen guten Weg gebracht.

Eine Sozialbau-Quote wäre begrüßenswert, ja. Aber dass sich kaum etwas täte, ist auch nicht richtig. Siehe Pützdrieschstraße in Mariadorf, wo ein Komplex mit 19 Wohnungen entsteht. Und das sind nur Beispiele. Wer Fairness einfordert, sollte sich auch fair verhalten.