Nordkreis: Kommentiert: Chancen geben

Nordkreis: Kommentiert: Chancen geben

Wie weit muss kommunale Daseinsvorsorge reichen? Wo beginnt die Eigenverantwortung der Bürger? Und was ist, wenn Menschen drohen, durch die Maschen des sozialen Netzes zu rutschen?

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Jeder sollte sein Leben selbst meistern können, ganz klar. Doch dazu muss er auch in die Lage versetzt worden sein. Die Weichen dazu werden bereits in Kindheit und Jugend gestellt. Wer aber kümmert sich um Kinder, deren Eltern arbeiten müssen, wenn sie aus der Schule kommen? Um Jugendliche, die nachmittags einen Ansprechpartner und Perspektiven brauchen, um nicht auf der Straße zu stehen? Aber auch um vereinsamte Menschen oder Kranke, die nicht auf die Hilfe Angehöriger setzen können? Um Gebrechliche, die gerne in ihrem gewohnten Umfeld bleiben würden? In weiten Teilen federt die öffentliche Hand problematische Lebenssituationen ab. Doch es geht auch um die direkte persönliche Ansprache im eigenen Quartier, um Kontakte, die Notlagen oft erst offenbaren. Kurzum um das, was menschliches Zusammenleben ausmacht. Hier sind Behörden und Institutionen überfordert. Hier könnten Pfarren noch mehr in die Bresche springen. Doch der Kirche geht angesichts wachsenden Mitgliederschwunds finanziell allmählich die Puste aus. Umso mehr ist der zähe Einsatz in St. Josef Straß und das dortige Verständnis von Pastoral, sprich Seelsorge im Wortsinne, zu würdigen. Auch des sozialen Friedens willen.

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