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Merkstein: Kollektoren spenden auch Schatten

Merkstein : Kollektoren spenden auch Schatten

Stromerzeuger, Schattenspender und anschauliches Lernobjekt: Das alles ist die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule. Zwar ging diese bereits im vergangenen Dezember in Betrieb, doch wurde sie jetzt erst anlässlich des Schulfestes offiziell eingeweiht.

Einfach war es nicht, die Sonnenkollektoren aufs Dach zu bringen. Gut 16.000 Euro mussten investiert werden. 5000 davon steuerte der städtische Agenda-Beirat bei, der die Installation anregte, weitere 2400 Euro kamen vom Land, 1250 Euro von der Stadt und noch einmal 500 von den Herzogenrather Grünen.

Den Rest musste der eigens gegründete Verein „Sonnenseite” schultern, der aus dem Förderverein der Schule hervorgegangen ist. Rolf Kalmbach, stellvertretender „Sonnenseite”-Vorsitzender und ehemals Fördervereinsvorsitzender: „Wir mussten einige finanzielle Hürden nehmen.” Mit zwei privaten Kreditgebern im Rücken konnten die Macher schließlich starten.

1200 Euro jährlich

Zwei Kilowattstunden liefern die Sonnenkollektoren, jährlich kommt so eine Vergütung für produzierten Strom von rund 1200 Euro zusammen. Das reicht, um die Anlage langfristig zu sichern. Doch die aktuell 30 Mitglieder von „Sonnenseite” wollen mehr. Denn bislang sind nur knapp 30 Prozent der langen Glasfläche des Schuldaches mit Kollektoren bedeckt. In rund fünf Jahren, hofft Rolf Kalmbach, sei man finanziell in der Lage, einen weiteren Ausbau zu starten.

Der besondere Clou der Kollektoren ist, dass man sie von außen gar nicht ausmachen kann, so nahtlos passen sie sich in die gläserne Dachkonstruktion ein. Erst, wenn man auf der Galerie in der ersten Etage steht, nimmt man sie von unten wahr. Und im Sommer werden sie dann als Schattenspender doppelt nützlich sein, denn bislang heizten sich die Schulflure unter dem Dach immer mächtig auf.

„Eine gute Sache”

„Eine gute Sache”, würdigte Bürgermeister Gerd Zimmermann das Engagement der Eltern. „Ihre Fotovoltaikanlage trägt dazu bei, gut 1,42 Tonnen CO2-Emmission pro Jahr einzusparen.” Und sie hat die Schüler bereits animiert, kreativ zu werden. In einem Bastel- und Malwettbewerb widmeten sich die Kinder der regenerativen Energiequelle.

Das Pappmachée-Modell von Lea Jungen und Laura Akens, das eine dicke Sonne überm Schuldach zeigt, überzeugte die Jury. Die beiden Zehnjährigen gewannen eine kleine Solar-Experimentierstation.

Zur Unterstützung seiner Ziele hofft der Verein auf weitere Mitglieder.

Mehr dazu: www.sonnenseite-herzogenrath.de.