Baesweiler: Kleiderladen läuft dank ganz viel Herzblut

Baesweiler: Kleiderladen läuft dank ganz viel Herzblut

Die neue Adresse hat für viel frischen Wind gesorgt. Vor einem halben Jahr ist der Kleiderladen an der Settericher Hauptstraße ein paar Ladenlokale weiter gezogen. Mehr Platz zu haben, war damals der Beweggrund. Ein größeres Angebot und gezielte Hilfen für Flüchtlinge kamen hinzu.

18 Ehrenamtler engagieren sich im Team, in dem Magda Schlösser die Fäden in den Händen hält — was sie bloß nicht betont wissen möchte. Schließlich seien alle Helfer mit richtig viel Herzblut bei der Sache, wie sie sagt. Und wenn die von den Gesprächen mit Kunden erzählen und vom guten Gefühl, sie mit Rat, Kleidung und anderen Dingen unterstützen zu können, dann schwingt immer auch ein wenig Stolz darauf mit, im Team zu einer großen Familie geworden zu sein.

Zu tun hat diese Familie mehr denn je. Gerne würde man die bisherigen Öffnungszeiten ausdehnen und an vier statt drei Tagen für die Kunden da sein — doch dazu bräuchte es weitere Helfer. Die bisherigen haben einfach zu viel damit zu tun, die nach wie vor erfreulich vielen Spenden zu sortieren, sie auf Kleiderbügel und an die Kunden zu bringen. Von letzteren gibt es immer mehr. Nicht bloß, weil die Zahl derer mit wenig Geld eher größer als kleiner wird, sondern vor allem angesichts der Flüchtlingszahlen. Schon seit einer Weile gibt es für jeden Asylsuchenden einmalig einen Gutschein: über 25 Euro, mit denen man im Kleiderladen einkaufen kann. Für dieses Geld gibt es dort eine ganze Menge. Genug für eine komplette Ausstattung.

„Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, dass wir mehr sind als ein Kleiderladen“, sagt Agnes Schnieders, Sekretärin der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Diözese Aachen, die gemeinsam mit dem Nachbarschaftstreff Setterich Trägerin des Ladens ist. Wo geholfen werden kann, da wird geholfen — das ist das Motto, das sie alle hier beherzigen. Gut, wenn ihnen dabei jemand unter die Arme greift. Jüngst gab es eine Spende der Kohlscheider KAB-Gruppe. 500 Euro haben Winfried Giesbertz und Karin Burbach nach Setterich gebracht. Damit auch Dinge wie Kaffee und Plätzchen finanziert werden können, die für Kunden immer frisch auf dem Tisch stehen. Schnieders: „Auch das ist wichtig. Hier bekommen Besucher stets das Gefühl, willkommen zu sein und würdig empfangen zu werden.“

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