Würselen: Klassische Musik für einen guten Zweck

Würselen : Klassische Musik für einen guten Zweck

Die Musikfreunde aus der ganzen Region dürfen sich am Sonntag, 21. Januar, auf einen ganz besonderen Musikgenuss in der katholischen Kirche St. Pius X. in Würselen an der Ahornstraße 12 freuen:

Die Lions Hilfswerke des Lions Club Würselen und Lions Club Eschweiler-Stolberg laden um 17 Uhr (Einlass 16 Uhr) zu einem Benefizkonzert mit dem Kammerorchester und dem Chor der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Aachen, und dem Chor „Ars Cantandi“ der Musikschule Aachen unter der Gesamtleitung von Dirigent Professor Herbert Görtz ein. Die Leitung des Chors liegt in Händen von Hermann Godland.

Schirmherrschaft übernommen

Die Schirmherrschaft hat Bürgermeister Arno Nelles übernommen. Der Erlös dieses Benefizkonzertes, das bereits zum 16. Mal in St. Pius X. stattfindet, kommt wie immer komplett einem Projekt des Sozialpädiatrischen Zentrums in Aachen zugute. Das SPZ behandelt Kinder und Jugendliche mit motorischen, sprachlichen und geistigen Entwicklungsstörungen, besonders ADHS.

Vor Ort in der Kirche St. Pius X. in Würselen informierten jetzt Dr. Ulrich Keysselitz (LC Würselen), Walter J. Neumann (Präsident LC Würselen), Dr. Holger Tschakert (LC Würselen), Hans-Gerd Vogelsberg (Past-Präsident LC Eschweiler-Stolberg), Barbara Neumann (Vorsitzende Förderverein SPZ) und Prof. Herbert Görtz über das hochklassige und außergewöhnliche Konzert. Zur Aufführung gelangen zwei Werke von Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) und Joseph Haydn (1732-1809). Im ersten Programmteil kommt das Konzert für Violoncello und Orchester Nr. 1 op. 107 (1. Allegretto, 2. Moderato, 3. Cadenza und 4. Allegro con moto) des russischen Komponisten Schostakowitsch zur Aufführung. Solist: Leon Hillebrands, Violoncello (Klasse Prof. Hans-Christian Schweiker).

Nach der Pause folgt die „Paukenmesse“ Missa in tempore belli Hob. XXII:9 C-Dur (1. Kyrie, 2. Gloria, 3. Credo, 4. Sanctus, 5. Benedictus, 6. Agnus Dei) von Joseph Haydn.

„Der gesamte Hochschulchor mit den 80 Chorsängerinnen und Sängern und das gesamte 35 Personen starke Orchester freuen sich sehr auf die beiden Stücke. Bei diesen Werken werden die Musiker und Sänger sehr gefordert, denn schließlich handelt es sich hierbei um zwei sehr anspruchsvolle Kompositionen“, betont Professor Herbert Görtz. Beide Werke entstanden jeweils in politisch sehr unruhigen Zeiten.

Das Leben und Schaffen von Dmitri Schostakowitsch ist geprägt durch ständige Auf und Abs, durch Gängelung durch die nationale Kulturpolitik der UdSSR in der Stalin-Zeit. Prof. Görtz: „Die Aufführungen seiner Werke wurden vielfach verboten, dann wieder rehabilitiert. Der sowjetische Komponistenverband diktierte, was Kunst ist, viele Werke Schostakowitschs wurden damals als formalistisch oder volksfremd abgelehnt“. Das erste von zwei Violoncellokonzerten, das jetzt in Würselen aufgeführt wird, entstand in einer politischen Tauwetterperiode, in der allerdings nur scheinbar wieder größere Freiheiten der Kunst bestanden.

Prof. Görtz: „Bemerkenswert ist die relativ kleine Orchesterbesetzung, bestehend aus Bläsern, Streichern, Pauken und Celesta. Die aus 148 Takten bestehende ausgiebige Solokadenz des Violoncellos erhält durch ihr zweistimmig ausgearbeitetes Material die Funktion eines eigenen selbstständigen 3. Satzes“. Die „Missa in temporae belli“ ist eine der sechs großen sinfonischen Messen von Joseph Haydn. Professor Görtz: „Wie der Name schon sagt, bestand in der Entstehungszeit im Herbst 1796 große Kriegsangst, die Truppen Napoleons standen vor Wien. Die Bitte um Frieden war damals wie heute ein großes und leider fortwährend aktuelles Thema“.

Der deutsche Beiname „Paukenmesse“, der das Werk bekannt und populär gemacht hat, bezieht sich übrigens auf das Paukensolo im „Agnus Dei“, das die herannahenden Truppen in musikalischer Bildsprache demonstriert.

Vorverkauf läuft

Eintrittskarten zum Preis von 25 Euro gibt es im Vorverkauf bei Walter J. Neumann, Hermann-Heusch-Platz 2, 52062 Aachen, unter Telefon 0172-9803079; einige Restkarten gibt es noch an der Abendkasse, eine Vorbestellung ist jedoch sinnvoll.

(ro)
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