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Würselen: Klassik, Pop und Kirchenmusik

Würselen : Klassik, Pop und Kirchenmusik

Die musische Bildung, nicht zuletzt die musikpädagogische Ausbildung, wird am Würselener Heilig-Geist-Gymnasium auf breiter Ebene schon seit Jahren großgeschrieben. Dafür legte das anlässlich des 100-jährigen Bestehens der ehemaligen Klosterschule in der Pfarrkirche St. Lucia bei Kerzenschein veranstaltete Konzert eindrucksvoll Zeugnis ab.

In drei Chören und im Orchester wirkten über 200 Sängerinnen und Sänger sowie Musiker mit und spannten mit ihren Darbietungen aus den verschiedensten Zeitepochen einen weiten Bogen musikalischer Künste bis hin zur „Saarbrücker Messe”, die der 1957 in Essen geborene Kirchenmusiker Thomas Gabriel anlässlich des dortigen Katholikentages komponiert hat.

Anspruchsvoller Kontrast

Unter Richard Wagners Klängen aus dem „Tannhäuser” hielten die Gäste in der neugotischen Kirche Einzug. Dabei präsentierte Martin Busch ein wohltemperiertes Orchester, das bei diesem Werk seine volle Klangfülle entfalten konnte. In die Klassik zurück versetzte das Programm durch das Andante für Flöte und Streichtrio in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart.

Ursel Körlings brillierte auf der Soloflöte, nicht minder aber auch die Streicher an ihrer Seite: Björn Sauren (Violine) und Laura Eichenberg (Violoncello) sowie Martin Hoffmann (Viola) vom Sinfonieorchester Aachen als Gast. Flöte und Streichtrio schufen einen anspruchsvollen Kontrast zu dem voluminösen Wagner-Werk.

Das Programm war reich an Kontrasten. Unterschiedliche Stimmungen wurden musikalisch auf den Punkt gebracht, auch durch Pop-Songs, dargeboten vom über 80 Sängerinnen und Sänger starken Unterstufenchor unter der Stabführung von Martin Busch. Alle Darbietungen wurden vom Publikum mit meist tosendem Beifall bedacht.

Groß heraus kam der Mittelstufenchor mit Elton Johns Song „Written in the stars”, wobei Miriam Wolter und Christianah Kogbe solistisch brillant in Erscheinung traten. Auf hohem Niveau bewies auch der von Thorsten Krause geleitete Oberstufenchor seine Musikalität. Er überzeugte mit „Tears in Heaven” von Eric Clapton.

Besinnlich und still wurde es im Kirchenraum, als die Streicher des Orchesters mit Björn Sauren und Martin Hofmann als Solisten die Musik zu „Schindlers Liste” darboten, im Gedenken an den im vergangenen Jahr allzu früh verstorbenen HGG-Lehrer Uwe Weilerscheidt. Ein Kontrapunkt zu den voraufgegangenen Chorwerken, die allesamt zur Bereicherung des Programms beitrugen.

Im Alleingang

Seine Spielfreude entfaltete das Orchester im Alleingang noch einmal bei „Pirates of the Caribbean” von T. Rickerts und landete damit einen musikalischen Achtungserfolg. Bei „The Power of the Dream” von T. Chinn vereinigten sich alle Chöre und das Orchester zu einem gewaltigen Klangkörper und ließen dabei den Kirchenraum von der dargebotenen Musik widerhallen. Sie rollten gemeinsam den Teppich für einen kirchenmusikalischen Kunstgenuss aus, zur Saarbrücker Messe von Thomas Gabriel, aus dessen Feder auch die „Missa Mundi” stammt, die beim Weltjugendtag in Köln 2005 aufgeführt wurde.

Als Solisten glänzten Benjamin Simmat und Nina Schiffeler. Beteiligt waren daran alle Chöre ab der sechsten Klasse und das Orchester, geleitet von Martin Busch und Thorsten Krause. Noch lange wirkte bei den Konzertbesuchern das „Cantemus” aus der Feder des heute in Seligenstadt beheimateten Kirchenmusikers nach, der sich seit 1998 im Bistum Mainz als Regionalkantor dem „Neuen Geistlichen Liedgut” verschrieben hat.