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Würselen: Klagemauer im Eingang der Kirche aufgestellt

Würselen : Klagemauer im Eingang der Kirche aufgestellt

In den katholischen Pfarrgemeinden wächst die Verärgerung über die Spar- und Informationspolitik des Bistums Aachen, erst langsam werden vor Ort die Auswirkungen der von Bischof Heinrich Mussinghoff angekündigten Einsparungen begriffen.

Der Pfarrgemeinderat von St. Sebastian informierte jetzt die Gemeinde über die Situation. Die Folgen des Konsolidierungsplans der Bistumsleitung sind für die Gemeindearbeit in Würselen erheblich.

So muss die Pfarre in den nächsten Jahren mit viel weniger Geld auskommen. Franz-Peter Eicke, Sprecher des Pfarrgemeinderates: „Im Jahr 2007 wird St. Sebastian etwa ein Drittel weniger Finanzmittel erhalten als noch im Jahr 1999 - und das bei gleicher Aufgabenstellung in schwierigerer Zeit.”

Konkret: Mit 200.000 Euro weniger muss die Pfarre auskommen. Dass dies die Gemeindearbeit erheblich beeinträchtigen wird, darauf verwies Franz-Peter Eicke. Wie die Zukunft der Gemeindearbeit aussehen werde, sei daher völlig ungewiss.

Um einen konstruktiven Dialog mit dem Bistum führen zu können, fordert die Gemeinde die Offenlage der Finanzsituation. Zwischen der Basis und der Bistumsleitung müsse eine „ehrliche Kommunikation” stattfinden.

Kritisiert wurde auch die Formel „Ehrenamt vor Hauptamt”. Dies dürfe nicht unter rein wirtschaftlichen Aspekten propagiert werden. Franz-Peter Eicke sieht ansonsten das ehrenamtliche Engagement in Gefahr: „Wir Ehrenamtler können nicht arbeiten, wenn keine Hauptamtler mehr da sind!”

Gefordert wurde die weitere Ausbildung und Beschäftigung von Pastoralreferenten. Appelliert wurde an die Gemeindemitglieder, sich aktiv an dem Dialog mit dem Bistum zu beteiligen. Hierzu wurde im Eingangsbereich der Kirche eine „Klagemauer” errichtet.

Barbara Krude vom Pfarrgemeinderat: „Sie lädt ein, Sorgen und Hoffnungen über die Situation der Kirche zu äußern.” Die Klagemauer als „Mahnmahl” und „Ort des Protestes” soll nach Angaben der Initiatoren zum „Wachmachen, Aufrütteln und Nachdenken” anregen. Weihnachten wird die Klagemauer abgebaut und mit allen Aussagen der Bistumsleitung übergeben.

Franz-Peter Eicke machte darauf aufmerksam, wie wichtig der Protest der Kirchenbasis sei, um die drastischen Kürzungsmaßnahmen doch noch in andere Bahnen zu lenken. Ähnliche Informationsveranstaltungen sind in den nächsten Wochen auch in St. Pius X. und St. Balbina geplant.