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Alsdorf: Klage über soziale Kälte

Alsdorf : Klage über soziale Kälte

„Ich habe so langsam eine richtige Kälte in mir.” Zwar waren es die wenig frühlingshaften Temperaturen, denen diese Anmerkung Günther Schneiderwinds galt. Doch könnte der Vorsitzende des IGBCE-Unterbezirks Alsdorf damit ohne weiteres auch die Stimmung beschrieben haben, die die Kundgebung zum 1. Mai im Alsdorfer Burgpark prägte.

Soziale Kälte war das Stichwort bei der Veranstaltung, die von rund 200 Getreuen besucht wurde. Bei deren Begrüßung mühte sich Redner Frank Rolle, stellvertretender Bezirksleiter der Gewerkschaft für Bergbau, Energie und Chemie, nicht um warme Worte. „Krasser kann es in Deutschland nicht mehr werden”, eröffnete er seinen Zuhörern, „wenn es in Unternehmen trotz Rekordgewinnen zu Massenentlassungen kommt.” Steht das Positive oft nicht unbedingt im Mittelpunkt gewerkschaftlicher Maikundgebungen, fehlte es diesmal gänzlich.

Stattdessen hatte Rolle den ersten Teil seiner Rede mit Zahlen geradezu gespickt, die das finanzielle Ungleichgewicht zwischen dem Top-Manager „mit horrendem Jahresgehalt” auf der einen Seite und dem Arbeiter mit schwindendem Einkommen auf der anderen verdeutlichen sollte. Ein Trend, der sich noch verschärfen werde. „Die Beschlüsse der Koalition von SPD und CDU werden zu keiner Steigerung der Kaufkraft führen.”