Herzogenrath: KJG Herzogenrath mit Ferienspielen und großem Lerneffekt

Herzogenrath : KJG Herzogenrath mit Ferienspielen und großem Lerneffekt

Der örtliche Jugendverband KJG (Katholische Junge Gemeinde) St. Josef in Herzogenrath-Straß hat nun schon im 32. Jahr Kinderferienspiele für 6-13-Jährige in und um das Pfarrzentrum angeboten. Knapp 100 Teilnehmer mit ihren 13 Gruppenleitern und drei Fachreferenten hatten sich auch dieses Jahr erneut etwas ganz Besonderes ausgedacht.

„Verlängerung — wir bleiben am Ball“— so waren die diesjährigen Sommerferienspiele überschrieben. Im Fokus standen 14 Länder aus den Kontinenten Afrika, Lateinamerika und Asien die bei der FußballweltmeisterschaftIn Russland bejubelt wurden, wenn sie einen Großen im Fußball schlagen oder mindestens an den Rand einer Niederlage bringen konnten, die aber ebenso rasch als Land mit ihren Menschen wieder in Vergessenheit geraten, wenn die Fußballsensation auch nur erst ein paar Tage alt ist. Hier am Ball zu bleiben und die Menschen dort und ihre Freuden und Leiden kennenzulernenwar das Ziel.

Damit aber die Kinder und Jugendlichen auch über das Thema hinaus Freude am Sommerferienevent hatten, durften natürlich auch nicht eine Wasserschlacht und gewiss nicht die Nachtwanderung mit anschließender Zeltübernachtung fehlen.

Alle zwei Tage wechselten die Kinder in kontinentale Großgruppen, die dann wiederum noch einmal in länderspezifische Gruppen des jeweiligen Kontinents unterteilt wurden. Über viele kleine Alltäglichkeiten wie Lebensumfeld, Familie, Wohnen, Kinderarbeit, Spaß und Spiel, Flora und Fauna und vieles mehr wurden die Kinder immer mit Grundinfos versorgt und konnten auch einbringen, wie sie sich die Lebenswelten insbesondere der Kinder in den fremden Ländern vorstellen. Am Abschlussabend, zu dem die Familien eingeladen worden waren, landestypische Gerichte aus den 14 Ländern zum Büffet mitzubringen, versammelten sich dann auch nahezu 200 Gäste aus Familien und Freundeskreis, um sich anzuschauen und anzuhören, was ihnen die Kindern in der Rückschau der 14 Tage alles zu vermitteln hatten.

Spenden für Peru-Partnerschaft gesammelt

Viele Eltern waren mehr als verblüfft, wie viele Informationen die Kinder zusammengetragen hatten. Das neue Wissen um die Lebensumstände der Kinder dort führte dazu, dass sich die Gruppenleiter und Referenten zusammen dafür entschieden hatten, am Abend das als Spardose umfunktionierte Pappmaché Lama mit Spenden zu füttern, um dieses Geld dann dem schon über 30 Jahre währenden pfarrlichen Peru-Partnerschaftsprojekt zugutekommen lassen, wo es darum geht, große Wasserreservoirs zu bauen.

Vieles aus den Ferienspielen wird gewiss in Erinnerung bleiben. So manche spielerische Lernerfahrung, so manches kleine Kunstobjekt, was die Kinder zur Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten, so manche neue Freundschaft über die Sommerzeit hinaus.

Was auch bleiben wird, das ist die Weltkugel, aus Fliesenbruchstücken als Mosaik, das nun eine Wand des Flurs des Pfarrhauses ziert und von der Mosaikkünstlerin Kerstin Thelen zusammen mit den Kindern erarbeitet wurde. Beim Blick darauf werden sich alle Besucher dort erinnern, was es konkret bedeutet, wenn Kinder singen „Wir sind Kinder einer Erde, die genug für alle hat, doch die einen haben Hunger und die anderen sind satt“.

(fs)
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