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Alsdorf: Kita-Tag in der Stadthalle: Spielerisch die Sinne stärken

Alsdorf : Kita-Tag in der Stadthalle: Spielerisch die Sinne stärken

Dass Kinder spielen, rumtollen, die Welt mit allen Sinnen entdecken können, das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Ist es aber nicht, sagt Professor Dr. Renate Zimmer von der Universität Osnabrück.

Die Dozentin war der Einladung zum Alsdorfer Kita-Tag 2007 gefolgt und referierte vor den rund 120 Erzieherinnen Alsdorfer Kindergärten und Kindertageseinrichtungen sowie externen pädagogischen Fachkräften in der Stadthalle über die Wichtigkeit des Spielens und der Bewegung im frühen Kindesalter.

In diesem Jahr stand die Fortbildung für die Erzieherinnen aus der Elementarpädagogik nämlich unter dem Motto „Bildung braucht Bewegung”, organisiert von Manfred Schmidt vom Jugendamt der Stadt Alsdorf. „Die Werbung hat sich den Appell an die Sinne zu nutzen gemacht.

Von Tee bis zum Urlaub - alle Sinne sollen angesprochen werden. Aber Raum, im Spiel und in der Bewegung die Sinne zu schärfen und sie zu ihrem Recht kommen zu lassen, bleibt den Kleinsten in unserer Gesellschaft kaum noch”, führte Professorin Renate Zimmer dem Auditorium vor Augen. Und Spiel ist neben dem Entdecken der Welt auch immer Bewegung und letztlich der Schlüssel zur Bildung.

„Bildung kann man sich nur in der tätigen Auseinandersetzung mit der Welt aneignen”, zitierte die Professor demgemäß den Sprachwissenschaftler und Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt. Heißt: Körper- und Bewegungserfahrung spielen eine große Rolle beim Lernen und dem Aufbau von Selbstbewusstsein.

Beide stehen in Zusammenhang mit der sozialen und geistigen Entwicklung von Kindern und wirken sich nicht zuletzt auf deren psycho-physische Gesundheit aus. „Die sinnliche Erfahrung”, so sagt Professorin Zimmer, „ist der Zugang zu allem, was im Elementarbereich wichtig ist.”

Den Kindern Raum zu geben, um diese sinnliche Erfahrung zu leben, gab die Dozentin den Erzieherinnen mit auf den Weg. Denn: „Spätestens in der Grundschule steht das Spielen als Lernerfahrung nicht mehr auf dem Unterrichtsplan. Dann bedeutet Kindheit eine Vorbereitung auf das jeweils Kommende: Gymnasium, Studium, Beruf, Altersvorsorge”, zeichnet die Professorin das Bild eines typischen Lebenslaufs.

Dem Vortrag folgten verschiedene Workshops, etwa Trommelkurse oder orientalischer Tanz sowie ein Plenum, in dem die Erzieherinnen Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch hatten.