Baesweiler: Kinder sind „Bürgermeister für einen Tag“

Baesweiler: Kinder sind „Bürgermeister für einen Tag“

Den Job erledigt Willi Linkens jetzt zwar schon eine ganze Weile, doch wenn er als gestandener Bürgermeister von Kindern etwas lernen kann, dann sagt er auch nicht Nein. „Ich bin mal gespannt, welche Verbesserungsvorschläge ich heute von euch bekomme“, begrüßte er jüngst im Rathaus die Kinder, die eine Jury beim Wettbewerb „Bürgermeister für einen Tag“ überzeugt hatten.

Bereits zum vierten Mal hatte der Integrationsrat in Baesweiler den Aufsatzwettbewerb ausgelobt, bei dem die Dritt- und Viertklässler der Stadt aufschreiben konnten, wie sie sich einen Tag als Bürgermeister so vorstellen. Welche Dinge würden sie anpacken? Was gefällt ihnen nicht so gut in ihrer Stadt, was möchten sie verbessern? Dazu gab es wieder einige Vorschläge, und ganz schön pfiffige sogar.

14 Kinder hatten sich beteiligt — und alle Aufsätze waren so gut, dass die Jury — Sozialamtsleiterin Angelika Breuer, der Beigeordnete Frank Brunner sowie Reyhan Akkas und Kazim Karakök für den Integrationsrat — keinen aussortieren konnte. Und so saßen alle Teilnehmer zur Belohnung zunächst im Ratssaal an der Mariastraße, wo es Süßigkeiten und Präsente gab, und anschließend auch im Amtszimmer des Stadtchefs.

Der hatte sein Büro zwar vorsorglich ein wenig aufgeräumt, doch die Akten auf dem Schreibtisch zeugten davon, dass er recht viel zu tun hat. Das hatte Alara Tas in ihrem Aufsatz schon geahnt: „Ich stelle mir einen Tag als Bürgermeister sehr schwierig vor, weil man ja immer auf die ganze Stadt aufpassen muss“, hatte die Drittklässlerin der Grengrachtschule formuliert. Obwohl: Man kann es sich auch mal schön gemütlich machen. So sah es in seinem Aufsatz zumindest Trinity Savic (Grengrachtschule): „Ich würde morgens erstmal die Büroarbeit erledigen und dann in ein Altersheim fahren, um den Bewohnern Gesellschaft zu leisten.“ Ist ja auch mal eine Idee.

Mehr Baumhäuser bauen, Kindergärten renovieren, Spielplätze schaffen, Einbrecher verhaften und für Sauberkeit sorgen — das alles passt zur Arbeitsbeschreibung eines Bürgermeisters, fanden die Kleinen. Während sie im Ratssaal ihre Vorschläge vortrugen, machte Linkens sich gedanklich ein paar Notizen. „Das sind alles prima Vorschläge — mal sehen, ob wir davon auch etwas umsetzen können.“

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