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Würselen: Kinder legten sich für gute Sache ins Zeug

Würselen : Kinder legten sich für gute Sache ins Zeug

Die Temperaturen waren zwar schon leicht in den Keller gesunken. Dennoch gingen an die 30 kleine „Spellsleute” aus verschiedenen Jungenspielen beim heiteren Gewinnspiel der Freundschaftsgesellschaft Burkina-Faso auf dem Morlaixplatz mit Feuereifer zur Sache. Natürlich wollten sie als Sieger daraus hervorgehen.

Aber das war noch nicht alles: Sie legten sich vielmehr für eine gute Sache ins Zeug, für die Kinder im fernen westafrikanischen Land am Rande der Sahelzone, in dem nur ein Drittel die Schule besuchen kann. Schade war nur, dass die Resonanz bei ihrem sportlichen Einsatz nicht so groß war, dass bei Schatzmeisterin Ellen Thielen-Vafaie auch die Kasse entsprechend beim Losverkauf klingelte. Doch Hauptsache war: Die kleine „Spellsleute” hatten ihre Freude. Es gab nämlich am Ende nur Sieger.

Spielleiter Wolfram Michels, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Würselener Jungenspiele, hatte vorab alle Hände voll zu tun, die motivierten, wenn nicht sogar übermotivierten Kids in drei Gruppen einzuteilen. Doch als sie sich den Fahnen des jeweiligen Landes - Deutschland, Frankreich, Burkina-Faso - zugeordnet hatten, gab der Vorsitzende der Freundschaftsgesellschaft, Ex-Bürgermeister Wolfgang Peltzer, den Startschuss.

Kennenlernspiel

Zum Aufwärmen gab es ein Kennenlernspiel. Die Mannschaften mussten sich nach dem Alter aufstellen. Der erste Applaus brandete auf. Die deutsche Gruppe hatte sich durchgesetzt. Drei goldene Kugeln an ihrer Fahne waren das sichtbare Zeichen. Beim Fähnchenspiel war erstmalig Geschicklichkeit gefragt. Auf Kommando mussten die Wettkämpfer ihre grün-gelben Fähnchen durch die Reihen wandern lassen, mal nach rechts und mal nach links.

Leicht in Führung

Die Frankreichgruppe brachte drei goldene Kugeln in ihren Besitz und ging damit leicht in Führung. Dann das Hauptspiel. Dekorateur Hans-Peter Claessen, neben Stefen Kriescher und Silke Tamm-Kanj Mitglied der Jury, hatte aus Einzelteilen die drei Landesfahnen im Kleinformat zusammengeklettet. Reinhard Richter, seit Jahren der geistige Vater der Spiele, zerlegte sie wieder in ihre Einzelteile. Nun waren die Kids gefragt.

Die Burkina-Faso-Gruppe setzte sich prächtig in Szene. Doch hatte ihre Fahne am Ende ein Loch, schade! Mit Gelassenheit war die Frankreich-Gruppe zu Werke gegangen. Heraussprang eine fein säuberlich gepuzzelte Fahne. Bei der deutschen Gruppe lief zunächst gar nichts zusammen. Als der Knoten schließlich geplatzt war, konnte auch ihr Repräsentant zum Schwenken der Tücher antreten. Nach Walzerklängen wehten sie durch die spätherbstlichen Lüfte. Früh übt sich bei den „Spellsleuten”, wer ein Meister werden will.

Die Jury stand vor einer schwierigen Entscheidung. Auch beim Hauptspiel sprach sie der Frankreich-Gruppe drei Kugeln zu, die damit als Gesamtsieger aus dem heiteren Wettbewerb hervorging. Auf dem zweiten Platz landete Burkina-Faso und kurz dahinter die deutsche Gruppe.

Für alle Akteure hielt die Freundschaftsgesellschaft eine Überraschung als Dankeschön bereit. Über ein Essen im Rathaus-Restaurant durfte sich freuen, dessen Los aus der französischen Trommel gezogen worden war.