Alsdorf: Kinder baden gern in der Musik

Alsdorf: Kinder baden gern in der Musik

Was kann Wasser? Klar, es kann den Durst löschen. Dinge wieder sauber machen. Pflanzen zum Wachsen bringen. Noch was? „Musik machen”, sagt der kleine Louis und schlägt mit einem dünnen Metallstäbchen gegen ein halb gefülltes Sektglas: piiing, piiing.

Das selbst gebaute gläserne Xylophon ist Teil eines besonderen Musikpaketes, das die AWO-Kita an der Alsdorfer Rosenstraße am heutigen Thementag „Haste Töne?” präsentieren möchte.

Einmal jährlich widmen sich die Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt einem Schwerpunktthema. Nach der Naturwissenschaft in 2007 und der Mathematik im vergangenen Jahr steht nun die musikalische Früherziehung im Fokus. Die gehört ohnehin ganz selbstverständlich zum Alltag in der Kita.

„Morgens wird in jeder Gruppe gesungen”, sagt die Erzieherin Rita-Maria Engelen. Mal ist es ein Lied zur Begrüßung, mal eins zum Abschied oder sind es einfach ein paar Strophen zwischendurch, beim Spielen oder beim Basteln. Doch gehört zur Musik viel mehr als bloß Gesang. Etwa die Erkenntnis, dass der Mensch beinahe ständig von Klängen, von Tönen, von Musik umgeben ist. Dass Wassergläser zu Instrumenten werden können wie bei dem gläsernen Xylophon. Als Instrumentenbauer waren die Kinder während der vergangenen Wochen geradezu verschwenderisch kreativ.

Glühbirnen zertrümmern

So haben sie ausgediente Glühbirnen mit Lagen von Pappmachee umhüllt und zum Schluss das Glas unter der festen Schicht zerschlagen. Das Ergebnis: Eine Rassel mit ganz besonderem Klang. Aus Joghurtbechern haben sie mittels eines einzigen durch den Boden gezogenen Fadens „Dschungel Jukeboxen” gemacht. Zieht man den Faden straff und fährt mit einem feuchten Lappen entlang, dann klingt es wie kreischende Affen in den Bäumen.

Zum Nachbauen

Das alles sind Dinge, die Besucher des Thementages auch bauen und mit nach Hause nehmen können. Wer mag, darf sogar zur Musik malen. Farbkleckse werden dabei auf ein Papier in einem Schuhkartondeckel getupft. Anschließend kommen Murmeln hinein, die die Maler sanft zu den Klängen hin und her wiegen können, so dass sie farbige Spuren hinterlassen.

„Wir wollen zeigen, dass musikalische Früherziehung mehr ist als Singkreise und Orff-Infstrumente”, sagt Kita-Leiterin Rosi Kolberg. Vor allem ist sie eines: ganz schön wichtig. Die frühe Schulung des Gehörs trainiert das Gedächtnis, erweitert den Wortschatz und hilft, beim Sprechen die Satzmelodie und den Sprachrhythmus hervorzuheben. Deshalb gehören auch Tanz- und Rhythmus-Spiele fest zum Repertoire in der Kita.

Das macht den Kleinen Spaß, etwa beim „Kellerassel”-Song. Zu dem rasseln die Kleinen, was das Zeug hält, und steigern sich von Strophe zu Strophe. Erst trampeln sie, dann hüpfen sie, dann springen sie wild umher. So packt die Musik schließlich den ganzen Körper, hüllt die Kinder ein, lässt sie loslassen. Eine Erfahrung für alle Sinne.

Doch was ist nun, wenn jemand partout kein Gespür für die Musik hat? Rita-Maria Engelen winkt ab. „Es gibt keine unmusikalischen Menschen. Jeder kann ja singen. Es klingt halt nur nicht immer gleich schön ...”