Würselen: Keine Angst vor einem neuen Kniegelenk

Würselen: Keine Angst vor einem neuen Kniegelenk

Der Verschleißprozess des Körpers nimmt im fortschreitenden Alter immer mehr zu. Grund dafür ist unter anderem, dass der menschliche Körper für das hohe Alter von 80 oder mehr Jahren nicht ausgelegt ist.

Etwa die Hälfte aller Menschen über 65 Jahren ist heutzutage von Verschleißerkrankungen an Hüfte, Knie und Schulter betroffen. Neben diesen Begleiterscheinungen des Alters kann ein Verschleiß der Gelenke auch durch Verletzungen, Entzündungen, Stoffwechselkrankheiten sowie Fehl- und Überbelastungen ausgelöst werden.

Einseitige Belastung vermeiden

Das Medizinische Zentrum Kreis Aachen (MZ) bot im Alten Rathaus in Würselen Interessierten die Möglichkeit, sich über künstliche Kniegelenke sowie die Hinauszögerung einer eventuell nötigen Operation zu informieren.

„Häufig vergehen Jahre, bis sich Patienten zu einer Implantation eines künstlichen Kniegelenks entscheiden”, berichtet Ferdinand-Anton Krappel, Chefarzt der Orthopädie des MZ. Dabei zählen Knie- und Hüftgelenkersatz zu den erfolgreichsten Standardverfahren in der orthopädischen Chirurgie. In den Vorträgen erfuhren die Besucher des Info-Abends, welche Prothesetypen und aktuellen Entwicklungen es gibt.

Andreas Kalz, Sporttherapeut der ambulanten Rehabilitation, zeigte auf, dass Aktivitäten mit gleichmäßigen und rhythmischen Bewegungen sowie die Vermeidung von einseitiger Belastung eine Operation hinauszögern kann. Denn entgegen der Annahme, Bewegung sollte bei einer Kniearthrose vermieden werden, ist diese gerade gut. So können Knorpelqualität und -quantität enorm gesteigert und der Verlauf der Krankheit verzögert werden. Ärzte empfehlen nämlich erst dann ein künstliches Kniegelenk, wenn Schmerzen und die Behinderung im Kniegelenk zunehmen und konservative Behandlungen wie Physiotherapie, Packungen, Bäder und Schmerzmittel ausgeschöpft sind.

170.000 neue Implantate

Obwohl in Deutschland jährlich rund 170.000 Patienten ein neues Kniegelenk erhalten, ist die Angst vor der Operation immer noch groß. Sorgen, die laut Dr. Krappel meist unbegründet sind: „Heutzutage können wir aus einer Vielzahl von Knieprothesen wählen und moderne Operationsmethoden anwenden, um den Bedürfnissen und dem individuellen Krankheitsbild unserer Patienten gerecht zu werden.” Eine umfassende Beratung und detaillierte Aufklärung kann hier bereits erste Berührungsängste nehmen.

Beate Ruht ist jedenfalls beruhigt: „Ich gehe mit einer Fülle von Informationen nach Hause, die es mir wesentlich einfacher machen, einer Operation zuzustimmen”, sagt die 62-Jährige. Lange hatte sie mit sich gehadert. „Doch jetzt glaube ich, dass es mir nach der Operation wesentlich besser gehen wird.”