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Nordkreis: Kaustangen unterm Christbaum

Nordkreis : Kaustangen unterm Christbaum

An den Weihnachtsmann hat „Bubi” noch nie geglaubt. Und doch liegt bei Familie Lausberg in jedem Jahr auch ein Päckchen für den Vierjährigen unterm Weihnachtsbaum. In hübschem Geschenkpapier, manchmal ist sogar noch ein goldenes Schleifchen drauf.

Das wird als erstes zerfetzt. Dann reißt das Papier, Stücke fliegen in alle Richtungen, die starken Zähne packen ordentlich zu. Wenn Yorkshire „Bubi” auspackt, gehtÕs zur Sache. Da werden nicht erst vorsichtig die Klebestreifen entfernt, damit man das Papier vielleicht noch mal verwenden kann. „Bubi” schnuppert Leckerli - und „Bubi” langt zu.

Mal ist ein dicker Knochen im Paket, mal sind es knackige Kaustangen. Dass der Vierbeiner zur Bescherung am Heiligabend zusehen muss, wie die anderen Pakete öffnen und er leer ausgeht, ist für Pia Lausberg undenkbar. Die 14-jährige Würselenerin gehört zu den vielen Tierliebhabern, die zum Fest auch an ihre animalischen Hausgenossen denken.

Der Handel hat sich eingerichtet. In den Regalen des Würselener „Zoo-Centers” findet sich adventliches Hundespielzeug, rundbäuchige Plastikweihnachts- und Schneemänner zum Durchkauen etwa. Oder Comicfiguren wie „Snoopy” - damit die Wauwaus mal nach Herzenslust an einem Beagle herumschmatzen können. „Die Leute geben zur Weihnachtszeit mehr für ihre Tiere aus”, weiß Inhaber Wilfried Linden. Nicht nur für Spielzeug.

Neue Käfige

Auch neue Käfige werden gern gekauft, kurz vorm Jahreswechsel kann so noch rasch ein Umzug für Wellensittiche, Hamster und Kaninchen klar gemacht werden. „Goldie” etwa, der sechs Monate alte Hamster von Familie Römisch aus Merkstein hat bald Platz satt. Eine richtige Spielwiese bekommt er im neuen Käfig spendiert, mit etlichen bunten Röhren zum Durchflitzen.

Ob sich auch der Hund von Katja Käppeler über sein Geschenk freuen wird? Ihrem Schweizer Sennerhund hat die Würselenerin eine Leine zugedacht, „aber eine besonders schöne”, wie sie unterstreicht. Sollte die sich doch nicht als großer Bringer entpuppen, kann Frauchen nachlegen, mit gefüllten Knochen oder einer Extraportion vom Festbraten.

An Geschenkideen mangelt es nicht. „Unsere Kunden sind genau so jeck wie wir”, lacht Barbara Grünhagen, Inhaberin des „Treffpunkts für Tierfreunde” an der Würselener Kaiserstraße. Soll heißen: Sie sind kreativ bei der Auswahl der weihnachtlichen Zuwendungen.

Für besonders Eilige hat die Händlerin vorsorglich fertige Präsentteller drapiert. Mit einer Auswahl bester Katzenfeinkost oder Potpourris aus Gaumenfreuden für Hunde. Da kommt Exotisches zusammen. Getrocknete Schweineohren sind im Angebot, gedörrter Fisch, knusprige Rinderkopfhaut, so was landet nicht jeden Tag in den Fressnäpfen. Neunzig Prozent der Kundschaft, schätzt Barbara Grünhagen, machen ihren Tieren zum Fest eine schöne Bescherung.

Am Nachmittag

Selbst an Tiere ohne Herrchen und Frauchen wird gedacht. Für die Pferde, Katzen, Ziegen und Hühner auf dem Euchener Gnadenhof für Tiere „Die Arche” findet die Bescherung bereits am heutigen Nachmittag statt. Um 13 Uhr wollen die vielen Kinder, die täglich auf dem Hof aushelfen, ihren Lieblingen eine Freude machen.

Mit Äpfeln oder Möhren. Frischem Obst und Gemüse, das zu dieser Jahreszeit sonst nicht auf dem Speiseplan steht. „Erst, wenn die Pferde sich gefreut haben”, versichert Laura Morgenstern, „denke ich an das eigene Weihnachtsfest zuhause.”