Alsdorf: Kaufvertrag für Wohnheim der Alexianer ist unterzeichnet

Alsdorf: Kaufvertrag für Wohnheim der Alexianer ist unterzeichnet

Der Kaufvertrag ist unterzeichnet — noch ein paar Formalitäten mit dem Fördergeldgeber, der Stiftung Wohlfahrtspflege, und die Bagger könnten auf das über zehn Jahre frei stehende Gelände an der Luisenstraße rollen. Hier war einst der Bauhof beheimatet.

Rund 1700 Quadratmeter haben die Alexianer für rund 230.000 Euro erworben. Noch rund 2000 Quadratmeter sind für die Bebauung mit Einfamilienhäusern vorgesehen. Interessenten gebe es, bestätigt auf Nachfrage der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Siedlungsgesellschaft (GSG) Dieter Sandlöbes.

Die Zeit für die Erdarbeiten zum Wohnheim für geistig Behinderte ist aber noch nicht ganz reif, sagt Birgit Boy, Regionalgeschäftsführerin der Alexianer Aachen GmbH — eben wegen dieser Förder-Formalitäten: „Wenn alles gut läuft, wird im ersten Quartal des kommenden Jahres der Spatenstich erfolgen, ein Jahr später wollen wir einziehen. „Wir“, das sind 24 Bewohner eines Wohnheims für geistig behinderte Erwachsene und der komplette Betreuerstamm von „Haus Martin“ in Aachen. In dessen Altbestand sollen dann Suchtkranke betreut werden.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung hatte im April den Bebauungsplan für das Grundstück auf die Bedarfe der Alexianer hin geändert (wir berichteten). Unter anderem wurde ermöglicht, die Immobilie zur Straße „Am Kreuzberg“ auszurichten, was das Grundstück in den Augen der Alexianer für sie erst nutzbar mache. „Die bauliche ‚grobe Hülle‘ steht nun“, sagt Birgit Boy, „jetzt geht es mit Fachplanern an die Feinarbeit.“

Bei den 24 künftigen Alsdorfern handelt es sich ausschließlich um Männer und Frauen mit einer geistigen Behinderung, betont Birgit Boy: „Es sind keine psychisch Kranken.“ Diese Feststellung ist der Regionalgeschäftsführerin wichtig. „Die Frauen und Männer sind die Lebenssituation in überschaubaren Gruppen gewohnt. Sie nehmen ansonsten ganz normal im Rahmen ihrer individuellen Möglichkeiten am gesellschaftlichen Leben teil“, sagt Boy. Einkaufen, Busfahren, Vereinsleben: „Wir leben das Normalitätsprinzip.“ Insofern möchte das Haus — einen Namen für das Wohnheim gibt es noch nicht — schnell Kontakt zum nachbarschaftlichen Umfeld, zu Vereinen, zur Gemeinde oder anderen Anbietern gesellschaftlicher oder kultureller Angebote.

„Die Betreuer sind ein sehr gutes Team. Unsere Haus wird nicht sehr lange fremdartig für die Bewohner des Stadtteils Schaufenberg sein“, ist sich Birgit Boy sicher.

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