Herzogenrath: Kaninchenjagd: Ex-Polizist trifft Küchenfenster

Herzogenrath: Kaninchenjagd: Ex-Polizist trifft Küchenfenster

Da staunte Frau Nachbarin am Rande von Herzogenrath nicht schlecht. Eine Kugel hatte ein Küchenfenster getroffen und beschädigt. Sie hatte einen möglichen „Täter“ auch schnell im Visier und erstattete Anzeige bei der Polizei. Auf Anfrage bestätigte Polizeisprecherin Iris Wüster den Sachverhalt. Der Vorwurf lautet auf Sachbeschädigung. Das Ganze geschah am 13. August. Mittlerweile liegt der Vorgang bei der Staatsanwaltschaft — aber nicht nur.

Auch die Untere Jagdbehörde ist eingeschaltet, und das aus gutem Grund. Verantwortlich für den Fehlschuss ist offensichtlich ein Jäger, der im Umfeld wohnt.

Polizeisprecherin Wüster erläuterte, dass der Grünrock sogar aus eigenem Antrieb die Jagdbehörde in Kenntnis gesetzt hat. Diese könnte nach Prüfung des Vorgangs den Jagdschein einziehen, der zugleich ja auch den Waffenbesitz legalisiert. Laut Polizei ist der Schütze seit 17 Jahren Jäger und entsprechend erfahren.

Der Mann habe zu Protokoll gegeben, die Waffe eingesetzt zu haben, um der Kaninchenplage zu begegnen. Laut Wüster durchaus zulässig in diesem Bereich, wenn entsprechend Sorgfalt ausgeübt wird.

Der Mann habe indes ein Gewehr des Kalibers 22 eingesetzt, keine Büchse. Die eingesetzten Polizeibeamten — auch die Spurensicherung rückte aus — ermahnte ihn eindringlich, doch für so etwas eine Büchse mit nicht so weit tragender Schrotmunition zu nehmen.

Der Mann habe, so Wüster weiter, bei der eindringlichen Sicherheitsansprache durch die Polizei angegeben, keinen Fehlschuss getan zu haben. Es könne sich allenfalls um einen Querschläger gehandelt haben. Zudem wolle er für den angerichteten Schaden aufkommen. Bemerkenswert ist, dass es sich bei den Mann offenbar um einen Polizisten im Ruhestand handelt.

Wüster ergänzte, dass ein weiter zurückliegender Vorfall in dem Bereich (12. April) wohl nichts mit dem Jäger zu tun hat. Damals wurde ein Fensterrollo von einem Geschoss aus einem Luftgewehr getroffen.

Der Hinweis, der Jäger habe auch im nahen Palenberg ein Haus getroffen, konnte von der zuständigen Kreispolizeibehörde Heinsberg auf Nachfrage unserer Zeitung nicht bestätigt werden.

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