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Eurode: Kampf gegen Drogen mit der Theaterbühne

Eurode : Kampf gegen Drogen mit der Theaterbühne

Thomas ist tot. Eine Überdosis Drogen hat sein junges Leben jäh beendet. Seine Eltern können es nicht fassen. Ihr Thomas drogenabhängig? Ihr jüngstes Kind? Er war doch immer so brav und unscheinbar. „Das kurze Leben von Thomas” ist eine Inszenierung des niederländischen Ensembles Volkstoneel Kerkrade.

Mit einem autobiographischen Kern, schließlich hat Autor und Regisseur Franck van Erven im Stück Geschehnisse in seiner eigenen Familie eingearbeitet. 54-mal hat das Ensemble „Het korte leven van Jan Willem” bereits in den Niederlanden und Belgien gespielt - künftig soll es als Präventionsmaßnahme auch deutschen Kindern und Jugendlichen die Gefahr von Drogen vor Augen führen.

Einem ausgewählten Publikum aus Lehrern, Jugend- und Sozialarbeitern aus Herzogenrath hat das Volkstoneel Kerkrade „Das kurze Leben von Thomas” im Saal des Rathauses gezeigt. „Wir hoffen, dass es Anklang findet und dann auch in den Schulen und Einrichtungen zur Aufführung kommt”, sagt Elke Godel-Jansen vom Bereich Schulen, Sport und Kultur der Stadt Herzogenrath. „Auf diese Weise sollen Jugendlichen auf der Bühne die Folgen des Drogenkonsums verdeutlicht werden.”

Wobei der Begriff Bühne irreführend ist. Die Schauspieler agieren inmitten des Publikums, das einzige Requisit ist ein großer zerbrochener Spiegel auf dem Boden. Gemeinsam mit einem Sozialarbeiter (gespielt von Paul Gullikers) rufen sich Thomas´ Eltern (Aggie Knauf, Arno Deckers), seine Lehrerin (Angelina Janssen) und sein bester Freund (Maurice Verbunt) die letzten Phasen des Jugendlichen in Erinnerung.

So wird dem Zuschauer vor Augen geführt, durch welche Umstände der Siebzehnjährige mehr und mehr in einen Strudel gelangte, aus dem er ohne fremde Hilfe nicht mehr herausfand.

Dass das Stück jetzt den Weg nach Deutschland findet, liegt dem Volkstoneel-Vorsitzenden Jo Piefer besonders am Herzen. „Im Grenzgebiet spielt sich vieles ab, das Thema Drogenproblematik ist nicht tot zu kriegen.”

Piefer weiß, dass derartige Sorgen nicht an Grenzen halt machen. Auf seine Initiative hin hat eine befreundete Übersetzerin eine deutsche Version ausgearbeitet. „Es ist schon eine Herausforderung. Man muss nicht nur den Text sprechen können, zumal der ja auch teilweise ganz anders ist als im Niederländischen”, sagt Piefer „Es müssen ja auch Ausdruck und Emotionen in der fremden Sprache vermittelt werden können.”