Kammermusikkreis Würselen

Kammermusikkreis : Luise Eibach zaubert an der Oboe

Die Karriere als Solistin liest sich für Luise Eibach bisweilen noch übersichtlich. An ihrer Leistung mangelt es wahrlich nicht, vielmehr ist ihr Alter (18), das das Fehlen einer umfangreicheren Vita bisweilen erklärt. Die Gäste des Kammermusikkreises Würselen kamen in den besonderen Genuss, das Talent und die Fertigkeiten Eibachs an der Oboe live zu erleben.

Während des Konzertes für Oboeund Streicher in d-Moll (Allessandro Marcello) übernahm die gebürtige Kölnerin den Solo-Part in gewohnt mitreißender und berührender Manier. Seitdem sie 2008 ihre Passion für den barocken Holzbläser entdeckte, häuften sich die ersten Preise und Auszeichnung für ihre musikalischen Darbietungen. Besonders ihre Platzierungen im Landeswettbewerb „Jugend musiziert” blieben in Erinnerung. 2015 übernahm der Soloobist des Sinfonieorchesters Aachen, Stéphan Egeling, ihre weitere Ausbildung. Neben ihrer Mitgliedschaft im Eurode Jugendorchester Herzogenrath (seit 2011) ist Eibach ebenfalls Mitglied des Sinfonieorchesters Bergisch Gladbach.

Die musikalische Leiterin Julia Prinsen-Feneberg hatte „ihren” Kammermusikkreis für das bevorstehende Konzert abermals fantastisch Vorbereitet. Die gebürtige US-Amerikanerin aus dem Sonnenstaat Florida wählte zum Auftakt mit dem Komponisten Jean Sibelius einen Vertreter des Übergangs von der Spätromantik zur Moderne aus. Seine „Romanze in C op. 42” fing die Stimmung des milden Frühlingstags harmonisch ein und fesselte die Zuhörer ab der ersten Minute.

Nach besagtem Marcello-Konzert für Oboe und Streicher wählte Prinsen-Feneberg mit Joseph Haydn den vermutlich berühmtesten Vertreter der Wiener Klassik. Gespielt wurde die Sinfonie Nummer 42 in C-Dur „L'Ours”. Zum krönenden Abschluss reiste der Kammermusikkreis mit seinen Zuhörern in die klangvolle Welt des sogenannten „Tango Nuevo” von Astor Piazolla. Der 1921 geborene Argentinier gilt als Begründer dieser Weiterentwicklung des klassischen, argentinischen Tangos in ein moderneres und kompatibles Gewand. Mit dem „Libertango” von1973 holte das Ensemble ein Stück südamerikanischer Leidenschaft und Passion in die Würselener Martin-Luther Kirche.

Der verdiente Applaus für die Musiker ebbte erst nach Minuten ab. Das Ensemble, welches sich einst von seiner Kinderstube – der VHS Würselen – löste und zurzeit 16 ständige Mitglieder zählt, spielt neben dem eigenen Kammermusikkonzert auch auf vielen weiteren, renommierten Veranstaltung der Region. Neben den eindringlichen Werken aus Barock und Klassik legt die musikalische Leitung besonderen Wert auf eine Symbiose mit Stücken zeitgenössischer Komponisten. Hoch erfreut ist man in Würselen über die nachhaltige und erfolgreiche Jugendarbeit. Jungen Musikern sollen ihre solistischen Auftritte erproben können. Luise Eibach ist ein solches Beispiel.

(yl)
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