Herzogenrath: KAL-Verbot: Zwei Wohnungen in Kohlscheid durchsucht

Herzogenrath: KAL-Verbot: Zwei Wohnungen in Kohlscheid durchsucht

Freude herrscht bei Gruppen und Bündnissen gegen Rechtsextremismus in der ganzen Region: Das Verbot der Kameradschaft Aachener Land war den Aktiven schon lange ein Anliegen.

Bei der Regionalkonferenz der Initiativen gegen Rechts am 24. September 2011 in der Europaschule gipfelte es auf Anregung des Herzogenrather Bündnisses in eine Resolution, der sich die Stadträte sowie der Städteregionstag anschlossen.

„Wir danken allen, die mitgeholfen haben, die Forderung der Regionalkonferenz umzusetzen. Die Initiativen und Bündnisse gegen Rechts in den Städten und Gemeinden, Stadt- und Gemeinderäte, die Städteregion, die Bürgermeister, die Bürgermeisterkonferenz, Parteien, Gewerkschaften und viele andere demokratische Kräfte sind mit diesem Verbot einen Schritt weiter gekommen”, wissen Rodas Bündnissprecher Manfred Radermacher und Angelika Wamper aber auch: „Gemeinsam mit den anderen Bündnissen und Initiativen gegen Rechtsextremismus geben wir uns jedoch nicht der Illusion hin, zu denken, damit wären alle Probleme gelöst. Unser Auftrag bleibt bestehen, die Demokratie muss weiter vor ihren Feinden geschützt werden. Deswegen werden wir die rechte Szene und ihre Kader auch in Zukunft nicht aus den Augen lassen.”

Projekte gegen Rechts

Schon am 2. November 2010 hatte Herzogenrath die Charta „Bunt statt Braun” aufgelegt, mitgetragen von Bürgermeister Christoph von den Driesch und seinem Kerkrader Kollegen Jos Som.

Zwei Privatwohnungen in Kohlscheid-Kämpchen waren im Nordkreis Ziel der Fahnder: Besuch bekam am Donnerstagmorgen unter anderen ein ehemaliges Mitglied des Kohlscheider BC. Bekanntlich war der Verein in der Vergangenheit wegen mehrerer mittlerweile Ex-Mitglieder, die ins rechtsextreme Spektrum abgerutscht waren, in die Schlagzeilen geraten. Die Aachener Antifa hatte die Zusammenhänge aufgedeckt und den Verein mehrfach auf die Verbindungen aufmerksam gemacht. Einem solchen Hinweis war letztlich zu verdanken, dass die Stadt 2011 flankiert von der Polizei eine geplante „Geburtstagsfeier” im KBC-Vereinsheim vereiteln konnte.

Die Vorfälle beim KBC waren für den Stadtsportverband Herzogenrath Anlass, das Projekt „Sportler gegen Rechts” samt Selbstverpflichtungserklärung gegen Neonazis für Rodas Sportvereine aufzulegen, die die meisten auch unterzeichneten.

Zufrieden mit dem KAL-Verbot ist auch der Alsdorfer Bundestagsabgeordnete Helmut Brandt: „Wir können uns mit den Mitteln des Rechtsstaates erfolgreich gegen derartige Zusammenschlüsse wehren. Ich hoffe, dass das Verbot den in der rechten Szene organisierten Gruppen ein abschreckendes Beispiel ist.” Noch optimistischer ist der Baesweiler Landtagsabgeordnete Hendrik Schmitz, der das Verbot für „längst überfällig” hält: „Es freut mich daher umso mehr, dass die Landesregierung durch das ausgesprochene Vereinsverbot dem braunen Zauber in der Städteregion und in anderen Regionen NRWs ein Ende setzt. Nur so kann sich unsere demokratische Gesellschaft als wehrhaft gegen Extremisten zeigen!”

Mehr von Aachener Zeitung