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Baesweiler: Juwel kräftig auf Wachstumskurs

Baesweiler : Juwel kräftig auf Wachstumskurs

Das Gewerbegebiet in Baesweiler ist um ein Juwel reicher geworden. Bei der Quip AG knallten zur Eröffnung der 950 Quadratmeter großen Werkshalle und des dreigeschossigen Verwaltungsgebäudes die Sektkorken.

Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Politik kamen am Freitag zur Feier, die von einem Streicherquartett der Sinfonietta Regio musikalisch umrahmt wurde. Quip-Vorstandsmitglied Georg Bielfeldt stellte das Firmenkonzept vor. Er sei froh, eine Option auf weitere Flächen zum Bau weiterer Hallen zu haben.

„Die stürmischen Entwicklungen und Anforderungen des Marktes erforderten den Ausbau unseres Unternehmens”, sagte er und lobte den neuen Standort Baesweiler: „Wir haben hier eine gute Wahl getroffen - nicht zuletzt wegen der niedrigen Gewerbesteuern und Gebühren.”

Der Trend im wirtschaftlichen Fokus liege darin, verstärkt auf Eigenkompetenz zu setzen. „Dies ist für uns der richtige Weg”, meinte Bielfeldt und machte gleich anschließend einen kritischen Schlenker zur Landes- und Bundespolitik. Die deutsche Wirtschaft befinde sich in einem Investitionsstau. Dazu würden nicht zuletzt bundespolitische Reformen, etwa die Ausbildungsplatzabgabe, beitragen.

Eine mit Witz und Esprit gewürzte Rede hielt Prof. Dr. Hartwig Steffenhagen, Quip-Aufsichtsratvorsitzender. Auf humorvolle Weise ließ er die Entstehungsgeschichte des Hauses Revue passieren und gab den Machern des jungen Unternehmens folgenden Rat mit auf den Weg in die Zukunft: „Ich möchte Sie ermutigen, den Blick nur nach vorn zu richten. Ihr neues Gebäude eröffnet enorme Entfaltungschancen, die es zu nutzen gilt.”

Staatssekretär Dr. Harald Noack aus dem Finanzministerium in Düsseldorf: „Ich freue mich besonders, dass mit der Sitzverlegung der Quip AG zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt wurden”, lobte er. Nordrhein-Westfalen habe in den vergangenen Jahrzehnten einen Strukturwandel vollzogen. Der Dienstleistungssektor sei mittlerweile bedeutender als die Industrie. „Neue Arbeitsplätze entstehen fast ausschließlich durch Gründungen und das Wachstum von Kleinunternehmen”, sagte er.

Eine kompetente Gründungsberatung und solide Finanzierung seien das A und O beim Start eines neuen Unternehmens, meinte der Staatssekretär und stellte neue Förderangebote des Landes bei der Unternehmensfinanzierung vor.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens ging auf die Größe des neuen Unternehmens ein. „Nun ist die Stadtverwaltung mit ihren 270 Beschäftigten nicht mehr der größte Arbeitgeber”, meinte er mit Blick auf die insgesamt 600 Mitarbeiter der Quip AG. Etwa die Hälfte davon entfallen auf Baesweiler.

Den Optimismus von Staatssekretär Noack konnte Linkens nicht teilen. „Die gesamtwirtschaftliche Lage in Deutschland ist nach wie vor in vielen Branchen von Stagnation beziehungsweise oft sogar rückläufiger Entwicklung geprägt.” Um so erfreulicher seien die wenigen positiven Beispiele, etwa die Quip AG. „Ihre Ansiedlung in unserer Stadt hat gezeigt, dass sich auch in der Wirtschaftsförderung Hartnäckigkeit, nachhaltige Betreuung und Akquisition auszahlen”, richtete der Bürgermeister sein Lob an die Vorstandsmitglieder.