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Würselen: Junge Talente mit dem Ball motivieren

Würselen : Junge Talente mit dem Ball motivieren

Das hat man nicht alle Tage: Eine wahrhaftige Weltmeisterin war zu Gast am Heilig-Geist-Gymnasium.

Und Bettina Wiegmann war nicht etwa gekommen, um Autogramme zu schreiben oder sich feiern zu lassen. Die Weltmeisterin im Frauenfußball von 2003 und ehemalige Mannschaftsführerin der DFB-Auswahl steht nun ganz im Dienst des Fußball-Verbands Mittelrhein.

Die Devise lautet: eine breitere Basis für den Frauenfußball zu schaffen. „Ich gehe häufiger in die Schulen und stelle fest, dass großes Potenzial im Nachwuchs steckt. Jetzt geht es darum, diese talentierten Spielerinnen in Vereine zu bekommen”, schildert die 33-jährige Sport-Ikone ihre Mission.

Zum Auftakt staunen die rund 50 fußballbegeisterten Mädchen nicht schlecht, als Bettina die tollen Szenen vom Triumph in Amerika per Video-Beamer an die Wand der Sporthalle wirft. Das motiviert die jungen Talente: „So weit möchte ich auch mal kommen. Einmal das Nationaltrikot überstreifen. Das wäre das größte für mich”, träumt die 15 jährige Dorothee Schnuer ein wenig vor sich hin.

Aber warum soll dieser Traum nicht Wirklichkeit werden? Schließlich übt sich Dorothee bereits seit elf Jahren am runden Leder und hat sämtliche Stationen im Nordkreis hinter sich gelassen. Vom VfR ging es zu Rhenania Würselen, um letztendlich beim FC Teutonia Weiden die optimale Förderung zu erhalten.

„Wir spielen jetzt ziemlich hoch, in der Mittelrheinliga der B-Juniorinnen. Als Libero habe ich die Aufgabe unser Spiel zu organisieren”, weiß Dorothee wovon sie spricht.

Ihre Teamkollegin Laura kann den heutigen Tag noch immer nicht ganz fassen. „Bettina war für mich eine der besten Spielerinnen auf der Welt”, schwärmt die 13-jährige von ihrem Idol, mit dem sie jedoch schon frühere Bekanntschaft gemacht hat.

„Bettina ist auch meine Trainerin in der Mittelrheinauswahl. Sie kann einem echt eine Menge beibringen aufgrund ihrer enormen Erfahrung”, erzählt die gelernte Stürmerin.

Das stellt Frau Wiegmann gerne unter Beweis. Am runden Leder hat sie nichts verlernt. Bei Dribblings, Ballbehauptung oder Schusstechnik macht ihr so schnell niemand etwas vor.

Und die 50 talentierten Mädchen eifern ihr jede Übung nach. Neben dem Balltraining ist der ehemaligen Deutschen Meisterin - mit dem SV Grün-Weiß Brauweiler - vor allem eines wichtig, nämlich „dass die Akzeptanz für den Frauenfußball in der Bevölkerung wächst.”

Und das ist spätestens mit ihren großen Erfolgen in der Nationalmannschaft gelungen, wie die „Nachwuchs-Kickerinnen” nur bestätigen können. „Wir werden nicht mehr blöd angeschaut, weil wir anstatt zum Reitstall zum Fußballtraining gehen. In unserem Freundeskreis ist das völlig normal und akzeptiert”, spricht Dorothee mit großem Selbstbewusstsein für ihre Freundin Laura mit.

Das ist natürlich die Grundvoraussetzung, um die beiden fleißigen Ballstrateginnen irgendwann im Trikot mit dem Adler auf der Brust bestaunen zu können ...