Würselen: Junge Franzosen bringen Ordnung ins Chaos

Würselen: Junge Franzosen bringen Ordnung ins Chaos

Könnten Grabsteine sprechen, hätten die auf dem jüdischen Friedhof in Morsbach viel zu erzählen. Immer wieder wurde die Totenruhe gestört: In ihrem Rassenwahn wüteten 1939 Nazis auf dem Friedhof, der an der Waldstraße liegt. 1977 waren es keine Nazis, sondern gelangweilte Jugendliche, die die Grabsteine umwarfen.

Die jungen Leute, die am Freitag die im Jahre 1857 angelegte Ruhestatt besuchten, hatten hingegen nur Gutes in Sinn: Sie befreiten die alten Gräber von Gestrüpp und Unkraut, brachten Ordnung in das wuchernde Chaos. Es sind junge Katholiken aus Frankreich, die anlässlich des Kölner Weltjugendtages angereist sind. Quartier finden sie für die Dauer ihres Aufenthaltes im Dekanat Würselen.

Die Säuberungsaktion am Freitag leiteten die St. Georg Pfadfinder, Stamm Bardenberg. „Wir haben uns heute in kleine Gruppen aufgeteilt. Jeder Gruppe hat eine Aufgabe”, umreißt Pfadfinder René Haun, einer der Gästebetreuer, das Tagewerk. Während eine Gruppe den jüdischen Friedhof mit Hilfe des Grünflächenamtes der Stadt Würselen auf Vordermann bringt, besucht eine andere Gruppe ein Altenheim in der Innenstadt.



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