Baesweiler: Jungautor Lars Jansen ist Fantasy-Experte

Baesweiler: Jungautor Lars Jansen ist Fantasy-Experte

Dass ausgerechnet er mal ein Buch schreibt, hätte Lars Jansen nicht gedacht. Schon gar nicht mit 16 Jahren. Im Grunde war es bloß ein Zufall — und Schuld war der Deutschunterricht. Am Berufskolleg Alsdorf sollten Schüler eigene Kurzgeschichten schreiben. Also hat Lars sich ins Zeug gelegt. Seine Erkenntnis: Das Schreiben macht ihm gewaltigen Spaß. Aber kurz kann er nicht.

„Sehr schön, Lars, aber das sollte nur eine Kurzgeschichte werden!“, hatte der Lehrer damals unter sein kleines Fantasy-Epos geschrieben. „Ich brauche wohl einfach mehr Platz“, sagt der heute 19-Jährige und lacht. Diesen Raum hat er sich gegönnt, und gleich nach der Kurzgeschichte einen Roman angepackt.

378 Seiten ist der dick, und das ist nur der Anfang. „Tomeen“ — unter dem Namen der Hauptfigur sollen drei Bände erscheinen. Mindestens. „Kann gut sein, dass ich noch einen vierten brauche“, sagt der Schüler, der sich derzeit am Herzogenrather Berufskolleg auf sein Fachabitur vorbereitet. Die Geschichte habe er jedenfalls komplett im Kopf.

Wie es sich für Fantasy gehört, gibt es große Reisen, noch größere Schlachten und viele fremdartige Wesen wie die „Dalvex“, die Lars erfunden hat. Schwarzhäutige, menschenartige Kreaturen mit feuerroten Augen. „Das sind die Bösen in der Geschichte.“ Der Kampf von Gut gegen Böse fasziniert ihn. Fantasy ist ohnehin sein Ding. Der Herr der Ringe, Harry Potter, Eragon — diese Bücher hat er regelrecht verschlungen.

Dass er selbst mal welche schreiben wird, hat nicht nur er nie geahnt. „Viele Freunde haben mir das immer noch nicht geglaubt, als das Buch schon fast fertig war.“ Jetzt staunen sie, na klar. Und machen fleißig Komplimente. „Die bisherigen Leser fanden das Buch alle ziemlich gut“, sagt er und kann durchaus stolz darauf sein.

Einen Verlag hat er zwar nicht gefunden („Nur Absagen bekommen, das lohnt sich nicht“), aber nun hat er das Buch auf eigene Faust herausgebracht. Die meisten Exemplare werden wohl als E-Book verkauft, schätzt er, aber er hat auch Wert auf ein richtiges Taschenbuch gelegt. Er mag das: Bücher anfassen und in ihnen blättern. „Ich habe viele Freunde, die auch begeisterte Leser sind“, sagt er.

Auch die jüngere Generation habe durchaus noch Spaß am Schmökern. Weiteren Lesestoff will er gern liefern. An die 20 Seiten des zweiten „Tomeen“-Bandes sind schon fertig. Meist schreibt er abends, denn neben der Schule braucht er auch noch Zeit, um bei der Concordia Oidtweiler auf dem Fußballplatz zu stehen. „Wenn ich dann mit dem Schreiben anfange, ist es schnell mal Mitternacht“, sagt er.

Wird sogar ein Film daraus?

Ans vorzeitige Aufhören hat er nur ganz zu Beginn mal kurz gedacht. „Nach den ersten 20 Seiten war mir nicht klar, ob es mehr als 50 werden.“ Doch dann lief es immer weiter und ein Expose für ein Drehbuch zu seinem Roman hat er obendrein verfasst.

Ganz schön ehrgeizig — und wohl auch eine gute Vorbereitung auf seinen Beruf. Kaufmann für Marketingkommunikation möchte er nämlich werden. Da kann es nicht schaden, zu wissen, wie man Dinge an den Mann bringt. In Sachen Verfilmung hatte er sogar schon Gespräche. „Eine Filmfirma hat mir geschrieben, dass die Geschichte zwar super sei, dass es aber für eine deutsche Produktion zu teuer wäre, sie umzusetzen.“

Bleibt wohl nur der Weg nach Hollywood — aber so weit denkt Lars dann doch (noch) nicht. Er macht jetzt erst mal mit dem Schreiben weiter und will noch viele, viele Kapitel füllen. Kurz kann er eben nicht.