Baesweiler: Jugendarbeit und soziale Verantwortung haben Vorrang

Baesweiler: Jugendarbeit und soziale Verantwortung haben Vorrang

. Als Jürgen Beckers ein Lied über schlechtes Wetter und Regen anstimmte, hatte er die Lacher auf seiner Seite. Zur Jubiläumsfeier zum 100-jährigen Bestehen des SV 09 Loverich-Floverich passte das Stück allerdings überhaupt nicht.

Und so hatten die Gäste auf dem Platz vor der Mehrzweckhalle am warmen Samstagabend gut Lachen, als Moderator Jürgen B. Hausmann von Pfützen, Pratsch und Gewitter sang.

100 Jahre Sport in Loverich und Floverich, das hatte - bei allen sportlichen Erfolgen - eine besondere Funktion für die Gemeinschaft in den beiden Orten. In den kleinen Baesweiler Stadtteilen ist ein Verein mit immerhin 450 Mitgliedern ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens. Ob man nun die Fußballer in Blau und Weiß am Sonntag auf dem Sportplatz anfeuert oder sein Kind zum Jugendtraining bringt - der Sport ist wichtig für den Zusammenhalt.

In der langen Geschichte des Vereins gab es eine Menge Höhepunkte. An einen erinnert sich der Vorsitzende Thomas Reinartz - selbst seit rund 35 Jahren im Verein - sofort. Vor 25 spielten die Bundesliga-Profis von Borussia Mönchengladbach gegen die Erste der Blau-Weißen. Immerhin zwei Tore gelangen den Loverichern gegen Frontzeck, Hannes, Rahn und Co.

Trotz aller Erfolge auf dem grünen Rasen ist für Reinartz eins besonders wichtig: „Wir denken sozial.” Das zeigt sich besonders in Jugendarbeit der Lovericher - dem Aushängeschild des Vereins. Rund 100 Kinder und Jugendliche kicken in fünf Nachwuchsteams. „Wir legen großen Wert auf soziale Integration”, sagt Jugendleiter Achim Engel. „Wir wollen hier ein vernünftiges Umfeld bieten. Das kommt bei den Eltern sehr gut an.”

Das ist auch für den Schirmherrn Bürgermeister Willi Linkens eine wichtige Aufgabe des Sportvereins. Denn auf dem Sportplatz lernen die Kinder „Zusammenhalt und Teamarbeit”.

Erste Damenabteilung

Neben der Jugendarbeit setzt der SV 09 auch auf starke Damen-Teams. Heute gehen Mädchen und junge Frauen in vielen Vereinen auf die Jagd nach dem runden Leder. Die Lovericher Fußballerinnen waren Vorreiter in Baesweiler. 2003 gründete der SV die erste Damenabteilung im Stadtgebiet.

Wer sich im Sportverein fit halten will, muss das in Loverich nicht unbedingt mit Lederball und Stollenschuhen tun. „Wir wollen auch andere Sportarten anbieten”, sagte Jugendleiter Engel. Daher bedient der Verein die Sparten Kinder- und Frauenturnen und Badminton.

Ein Traum den sich die Lovericher Sportler in den vergangenen 100 Jahren nicht erfüllen konnten, ist der vom eigenen Vereinsheim. Das bleibt allerdings vorerst Zukunftsmusik. Zunächst hat sich SV-Chef Reinartz vorgenommen, weiter auf die Jugend zu setzen. „Die Jugendarbeit ist für uns alles.”

Vielleicht nicht wirklich alles: Denn die Lovericher zeigten sich zum 100-jährigen bereit, sozial Benachteiligte zu unterstützen. Die Sportler spendeten 500 Euro an die Baesweiler Tafel. Neben dem Scheck gab es für den Tafel-Vorsitzenden Willy Feldeisen noch ein Geschenk obendrauf. Und Moderator Jürgen Beckers versprach Feldeisen einen kostenlosen Auftritt zugunsten der Baesweiler Tafel.