Im Jahr 1992 genehmigt: Jugendamt feiert 25-jähriges Bestehen in Herzogenrath

Im Jahr 1992 genehmigt : Jugendamt feiert 25-jähriges Bestehen in Herzogenrath

Bürgermeister Christoph von den Driesch nahm sich zur Begrüßung ausgiebig Zeit, um den Anwesenden einen Überblick über die entscheidenden Monate im Jahr 1992 zu geben. Im Frühjahr hatte der Stadtrat die Gründung eines eigenen, städtischen Jugendamtes beschlossen, im Spätsommer ging der entsprechende Antrag im Familienministerium ein.

Der positive Bescheid folgte umgehend. Seit dem 1. Januar 1993 existiert das Herzogenrather Jugendamt, dessen 25-jähriges Bestehen nun offiziell im Rathaus gefeiert wurde.

Festredner Professor Klaus Schäfer, Staatssekretär a.D., war buchstäblich der Mensch, der den „sich schließenden Kreis“ personifizierte. Im Herbst 1993 war es Schäfer, der im Ministerium mit an der Entscheidung zugunsten Herzogenraths beteiligt gewesen war.

Das offizielle Dokument trägt auch seine Unterschrift. Ein schlankes Vierteljahrhundert später hat der ehemalige Staatssekretär nichts von seinem Engagement für die Jugendhilfe verloren. Mit einem flammenden Plädoyer für die Partizipation und Teilhabe in der Jugendarbeit stimmte er die versammelten Gäste ein auf einen spannenden Nachmittag.

Schäfer bekräftigte, dass die viel geforderte Partizipation auch ein „Hineindenken in andere städtische Ämter“ erfordere. Als „Container-Begriff“ könne Partizipation schnell in Routine abdriften, was den Tod eben dieser bedeute. Kritisch verwies er auf den Umstand, die Bundesregierung hätte die Thematik jahrelang vor sich hergeschoben.

Die Grundlagen für eine erfolgreiche Jugendarbeit, die eine „Integration ins Erwachsenen-Leben ermögliche“, werde jedoch weiterhin von der Lokalpolitik geschaffen: Hier entstehen die notwendigen Ressourcen und der Platz zur Entfaltung. „Kindern und Jugendlichen müssen wir mit Anerkennung und Gleichbehandlung begegnen. Dies sind wesentliche Fragestellungen, auf die stetige Antworten gefunden werden müssen“, erläuterte Schäfer.

Fünf Workshops hatte das Team um Jugendamtsleiter Bernd Krott für die Festtagung auf die Beine gestellt. In zwei Phasen konnten die Gäste aus Politik und Verwaltung, aber vor allem die vielen Vertreter sozialer Projekte und jugendfördernder Einrichtungen die verschiedenen Workshops besuchen. Der Bürgermeister betonte im Vorfeld, „dass das Jugendamt in Bezug auf die zu behandelnden Themen bereits sehr gut unterwegs ist, aber weiter zusammen mit den Kooperationspartnern dazulernen möchte.“

Bewegte Jahre

Neben der Biografiearbeit (Vergangenheit als Gesprächsthema in der Jugendhilfe) sowie der „Teilhabe am Hilfeplan- und Familienrechtsverfahren wurde der Fokus auf das Hauptthema der Jubiläumsveranstaltung — Partizipation — gelegt.

Detlef Knehaus, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses (JHA) der Stadt Herzogenrath, sowie seine Stellvertreterin Renate Gülpen haben die Vita des Jugendamtes von Beginn an hautnah miterlebt. Seit 1993 sind beide Mitglieder des JHA gewesen und übernahmen 2014 dessen Vorsitz.

„Dieses Vierteljahrhundert waren bewegte Jahre, in denen der Jugendhilfeausschuss gemeinsam mit der Verwaltung des Jugendamtes die Einheit der Jugendhilfe mit Leben gefüllt und viele Einrichtungen, Maßnahmen und Projekte auf den Weg gebracht hat“, erläuterte Knehaus.

Knehaus richtete den Blick gleich auf die „nächsten 25 Jahre“: Das Herzogenrather Jugendamt müsse auch weiterhin seine Aufgaben in Kooperation mit Land und Bund „kreativ und gut durchdacht“ ausfüllen. Herausforderungen erwarte die Jugendhilfe vor allem in Bezug auf die fortschreitende Digitalisierung, den bedarfsgerechten Ausbau der Kinderbetreuung sowie die Reform des Sozialgesetzbuches VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz).

Raum zur eigenen Verbesserung sei laut Knehaus immer gegeben. Dem Ausschuss sei die Beteiligung von Kindern immer wichtig gewesen. Nach dem Kinderparlament seien es nun die Mitglieder des Jugendbeirats, die sich mit kritischen Beiträgen und konstruktiven Vorschlägen einmiscthen.

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