Kirche St. Peter und Paul: Jubiläum in der Kirche wird zum Fest der Begegnung

Kirche St. Peter und Paul : Jubiläum in der Kirche wird zum Fest der Begegnung

Das Wetter spielte an diesem Festtag zwar leider nicht — es regnete erstmalig seit Monaten zeitweilig wie aus Kübeln — dieses „miese“ Wetter tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil: die schöne Bardenberger Kirche, die genau vor 100 Jahren im Jahr 1918 fertiggestellt wurde, rückte verdientermaßen in den Mittelpunkt des Festes.

In der Zeit ab 1914 wurde die spätgotische Kirche St. Petrus und Paulus durch den Haarener Kreisbaumeister van Kann gebaut. Die Jubiläumsvorbereitungen haben sich gelohnt, ein mehr als positives Fazit zieht Wilfried Haas vom Gemeindeausschuss St. Peter und Paul Bardenberg: „Wir haben alle Aktivitäten in den Kirchenraum verlegt“.

Künstler Albert Sous (r.) erläutert Pfarrer Rainer Gattys das Konzept des Umbaus 2004. Foto: W. Sevenich

Die wundervolle Kirche St. Peter und Paul mit ihren Kunstwerken und sakralen Gegenständen konnte bestaunt und besichtigt werden. Viele Gemeindemitglieder von St. Peter und Paul und der ganzen Pfarrei St. Sebastian fanden den Weg zur Kirche, unter ihnen viele Menschen, die ehren- oder hauptamtlich das lebendige Gemeindeleben teilweise über Jahrzehnte geprägt haben. Aber auch die vielen Vereine und Gruppen, die das Leben in einer Gemeinde überhaupt erst ausmachen, engagierten sich an diesem Tag.

Wilhelm Kuntz, Ehrenbrudermeister der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1624 Bardenberg, zeigte sich beeindruckt von der ganz besonderen Atmosphäre bei dem von Pfarrer Rainer Gattys zelebrierten Festgottesdienst. Neben der Freude richtete der Leiter der Pfarrei St. Sebastian auch nachdenkliche Worte an die Institution Kirche.

Er spannte den Bogen vom Jahr 1914, über die Renovierung nach dem zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart, in der Gesellschaft und Kirche wieder vor der Bewältigung vieler Probleme stehen. Musikalisch gestaltet wurde das festliche Hochamt vom ökumenischen Chor unter der Leitung von Volkmar Michl.

Nach der Messe blieben die Menschen lange in der Kirche beisammen. Sie lauschten den sehr interessanten und fachkundigen Ausführungen von Wilfried Haas bei den Kirchenführungen. Hier konnten Jung und Alt Einblicke in die normalerweise nicht zugängliche Bereiche der Kirche gewinnen.

Vielfältiges Gemeindeleben

Pfarrer Rainer Gattys, der seit 15 Jahren im Pfarrhaus von St. Peter und Paul beheimatet ist, konnte vieles über die Geschichte und Entwicklung des Gotteshauses berichten, so zum Beispiel vom Taufstein, der 1962 mit goldfarbenen Mosaiksteinchen ausgelegt wurde, und dem Taufdeckel von St. Peter und Paul.

Rainer Gattys hat in seinem Wirken in St. Peter und Paul und in der Pfarrei St. Sebastian die vielen Veränderungen in der Kirche und dem Gemeindeleben miterlebt. Im Jahr 2004 folgte die bisher letzte große Innenrenovierung der Kirche und der Umbau des Chorraumes. „Weihnachten 2004 war die Kirche geschlossen, daraus ist wieder etwas entstanden, was bis heute Bestand hat“, erinnert sich Gattys: die Christmette an Heiligabend auf Burg Wilhelmstein.

Zu den ausgestellten liturgischen Gewändern gab Pfarrer Gattys Erläuterungen. Der Würselener Goldschmied und Metallbildhauer Albert Sous hat ab der zweiten Hälfte der 1960er Jahre wesentliche Teile der Neu- und Umgestaltung der Kirche geprägt, unter anderen das sehr eindrucksvolle große Kupferhauptportal der Kirche und die Seitenportale, das Pult und weitere sakrale Werke.

Als Steinmetz wirkte damals Hermann Derichs aus Bardenberg. „Dieses Portal war der Anfang von vielen Dingen für mein späteres künstlerisches Schaffen in meiner sakralen Phase“, sagte Sous, der am Nachmittag mit vielen Kirchenbesuchern über sein Wirken in St. Peter und Paul sprach und Erläuterungen zum Hauptportal, zum Ambo und den Apostelleuchtern gab.

Unterhaltung für Jung und Alt

Mit dem damaligen Bardenberger Dechant Alois Wirtz habe er um die beste künstlerische Umsetzung seiner Ideen gefochten. Viele dieser Erlebnisse hat Albert Sous in seiner kürzlich veröffentlichten Autobiografie niedergeschrieben.

Die Aktivitäten rund um die Kirche, aber vor allem im Innenraum waren vielfältig. Die Katholischen Frauen Deutschland (KFD) St. Peter und Paul lud zum Kirchenkaffee und leckerem Kuchen in das Hauptschiff der Kirche ein. Bestaunt wurden die liebevoll und sorgfältig zusammengestellten Ausstellungen mit historischen Fotos und sakralen Gegenständen und Reliquien. Der Steinmetzbetrieb Esser aus Herzogenrath informierte die großen und kleinen Besucher über die Handwerkskunst.

Der Chor der Gemeinschaftsgrundschule Bardenberg unter der Leitung von Frau van Eisern, konzertierte in der Kirche, bevor Organist Volkmar Michal die Wilbrand-Orgel vorstellte und einige Werke auf der Orgel darbot. Ein Querflötenensemble (Leitung Bettina Herbst) sowie Filmvorführungen zum Glockenguss und zu besonderen Ereignissen in der Kirchengeschichte rundeten das Programm ab.

Die Bardenberger Pfadfinder packten kräftig mit an und stellten ein Zelt zur Verfügung, das gerade bei dieser Witterung gut genutzt wurde. Für die Kinder präsentierten die Pfadfinder einige Überraschungen und Spiele.

Die Sebastianus-Schützenbruderschaft Bardenberg übernahm für den Gemeindeausschuss den Ausschank.

(ro)