Würselen: Jede Menge Verwirrung bei Familie Eiermann

Würselen: Jede Menge Verwirrung bei Familie Eiermann

Zur Einstimmung in den Weidener Sommer führte der Literaturkurs der Stufe Q1 des Heilig-Geist-Gymnasiums an zwei Abenden die Komödie „Familienbande“ beziehungsweise „Eine Woche Eiermann“ aus der Feder von Norbert Neumann im Jugendheim St. Lucia auf.

In der Regie von Lehrer Wilfried Bonn liefen in den jeweils 120 unterhaltsamen Minuten die Akteure vor und hinter der Bühne zu Höchstleistungen auf. Textsicher begeisterten sie mit ihrer Spielfreude, nachdem das natürliche Lampenfieber überwunden war. Es gab nicht nur nach jeder Szene Applaus, sondern erst recht einen anhaltenden Schlussapplaus, der schönste Lohn für die in den zurückliegenden vier Monaten investierten Mühen.

Der Zeitplan war sehr straff, so dass einige „Überstunden“ eingelegt werden mussten. Das Lernen des Textes — es war in den Hauptrollen nicht gerade wenig — wurde mit Bravour gemeistert.

Zum Stück: Der eigentlich wohlhabenden Familie Eiermann drohte der Konkurs der eigenen Firma. Während Hubert Eiermann (Moritz Stick) bemüht war, das drohende Unheil abzuwenden, hatte seine Frau (Sophie Dittmann) nichts anderes im Kopf, als nach ihrem „geliebten“ Hubert zu rufen und sich die Nägel zu lackieren. Sie suchte stets nach neuen Anlagen für ihr Geld. Da ihr Huberts Hilfen im Haushalt nicht ausreichten und die Putzfrau ebenfalls ihren hohen Ansprüchen nicht mehr genügte, hielt sie Ausschau nach einer neuen Haushaltshilfe.

Auf ihre Anzeige in der Zeitung hin sprach mit einem Hintergedanken Conny (Moana Clemens/Anna Lothmann) vor. Sie wurde schließlich angestellt. Die bodenständige Tochter Babsi (Nancy Frank/Alina Kriese) registrierte die Arbeitsunlust der Mutter. Sie brachte diese im Gespräch mit ihr auf den Punkt, ein hoffnungsloser Fall! Mit ihren Freunden Thomas (Nils Wilkeling) und Susi (Josephine Kogbe/Luisa Jansen) versuchte sie schließlich dem grauen Alltag zu entfliehen. Bei dem Verwirrspiel mischten fernerhin noch Traudel (Jana Messerer/Mara Zimmermann) und Waldemar (Jonas Zantis) mit. Zu allem Überfluss erschien auch noch das Callgirl Ludmilla (Cosima Plum) auf der Bildfläche. Es durfte geschmunzelt und auch herzhaft gelacht werden. Der unscheinbare Opa Klappstock (Gustav Classen), eine Type für sich, bemerkte ebenfalls, wie schlecht es um die Firma bestellt war.

Mit allen nur denkbaren Mitteln versuchte er die 150.000 Euro Erbschaft, die Conny gemacht hatte, an Land zu ziehen. Doch konnte er bei ihr mit seinen Versprechungen nicht landen. Erst zum Ende der Komödie wurde ihr Geheimnis gelüftet, nachdem sie so „nebenbei“ mit Thomas angebändelt hatte. Sie hatte sich nämlich bei der Familie Eiermann eingeschlichen, um ihren Vater kennen zu lernen. Und das war Hubert Eiermann. Conny lernte nicht nur ihn kennen und rettete mit ihren 150.000 Euro die Firma. Sie verliebte sich zudem in Thomas. Und so gab es schließlich doch noch ein Happy End.

Dem Regisseur Wilfried Bonn assistierten Jacqueline Peters und Shelina Zeitvogel. Die Maske besorgte Dilara Cansiz.

(ehg)