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Alsdorf: Jede Menge „Affentheater” mit Herbert Knebel

Alsdorf : Jede Menge „Affentheater” mit Herbert Knebel

Ach ne, was ist das schön. Dieses Kribbeln im Bauch. Die Erinnerung an die erste große Liebe oder das erste Auto. „Ja, das erste Auto, dat vergisst man nie. Dat is anders als bei Frauen.” Vier töfte Kerle im noch geschlechtsreifen Alter untersuchen also „dat große Thema vonne Menschheit: Liebe”.

Denn Drama, Scheidung, Rosenkrieg gibt es nicht nur bei der Hautevolee, sondern eben auch beim „Otto-Normal-Revoluzzer”. Welch ein „Affentheater”! Aber halt eben schön ergiebig für ein zweistündiges Bühnenprogramm.

Diese Rentnerband rockt

Und so geizt die skurrile Vierer-Gang - Herbert Knebel, Ozzy Ostermann, der „Trainer” und Ernst Pichel - auch in der restlos ausverkauften Alsdorfer Stadthalle, in der sie ihr neuestes Programm erstmals im Aachener Raum präsentierten, nicht mit Lästereien und Pointen. Über Horst Koslowski und seine neue Holde Johanna Fleischer etwa. „Die hab ich doch letztens erst vor einem Dessous-Geschäft gesehen, dem Sanitätshaus Sprenger.” Denn „Love is in Sie Er” - der Name ist Programm. Aber genau dieses Lied spielen die Vier an diesem Abend nicht.

Dennoch: Diese quietschfidele Rentnerband rockt. Bei Ozzy Ostermanns kreisender Hüfte wäre sogar „Elvis, the Pelvis” neidisch geworden - von wegen „Grufti-Disco”! Herbert und Kollegen geben Tipps. Wie etwa die Ehe auch stürmische Zeiten überdauert. „Mein Frau und ich haben uns geeinigt, dat wir uns erst trennen, wenn de Kinder tot sind.”

Knebels Rezept klingt doch ganz einfach. Das muss er mitteilen. Der Mann kann gar nicht anders, im typisch Essener-Dialekt stellt er jedem seinen Erfahrungsschatz zur Verfügung - ob man nun will oder auch nicht. „Wenn einer schlecht über mein Frau redet, dann bin dat immer noch ich.”

Die richtige Gravur für die Hochzeitsringe hat der Mann auch parat. „Wenn du kaputt gehst, geh ich mit.” Ob das auch in seinem Ehering steht, ist nicht überliefert. Das Motto lautet: „Viva l„amour.” Denn zu einem Paar gehören immer noch Zwei. „Et sei denn, man hat immer einen neben sich laufen.”