Jahreskonzert Kirchenchors St. Katharina in Kohlscheid

Jahreskonzert : Kirchenchor beschert St. Katharina ein wohlklingendes Kulturerlebnis

Für die Besucher war es ein Klangerlebnis, für die Interpreten durchaus ein Kraftakt: Beim Jahreskonzert überzeugte der Kirchenchor von St. Katharina in Kohlscheid mit dem Kammerorchester und Solisten mit einem zweistündigen Programm.

Im Kohlscheider Musikleben gibt es Traditionen – zum Beispiel das Jahreskonzert des Kirchenchores, das immer wieder zum Patronatsfest der heiligen Katharina von Siena, nach der das Gotteshaus am Markt benannt ist, stattfindet. Jetzt stand das von den Sängern und ihren Fans herbeigesehnte Ereignis wieder einmal – erstmals an einem Samstag, was in der Stetigkeit des dörflichen Lebens schon einer kleinen Revolution gleicht.

Obwohl viele Mitwirkende wie ihre Zuhörer sich als Rentner schon bequem zurücklehnen könnten, muten sie sich für ihren großen Tag noch richtig etwas zu – rund zwei Stunden Programm zum Beispiel und Werke, die sich nicht mal einfach so wie mit links wuppen lassen. Dennoch haben es Dirigent Willi König und seinen zahlreichen Mitstreiter wieder gewagt. Zusammen mit einem Kammerorchester von Streichen und dem italienischen Organisten von St. Katharina, Ivano Zanzanella, brachten die Mitglieder des gemischten Chores die der Patronin der Kirchenmusik gewidmete „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod und das Weihnachtsoratorium von Camille Saint-Saens zu Gehör.

Zwei Werke aus dem Frankreich zwischen Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts und doch zweimal Musik, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Doch die Musiker und ihre Freunde (die Gäste hatte Pfarrer Rainer Thoma willkommen geheißen) meisterten beide Kompositionen im Einklang und mit großer Harmonie. Instrumentale Töne spielten im Konzert trotz dieser strammen Gemeinschaftsleistung eine große Rolle – dank der aus diesem Anlass engagierten Streicher. So wurde zwischen die einzelnen Chorblöcke immer wieder Beiträge der Kammermusiker eingefügt, die Perlen der konzertanten Musikliteratur wie unter anderem das „Largo“ von Händel spielten.

So wurde das klingende Geschehen in St. Katharina zum Kulturerlebnis rundum. Ganz wesentlich trugen dazu mit ihren Mitteln auch die Gesangssolisten Heidi Gottschalk (Sopran), Jeannette Klee (Mezzosopran), Tobias Richarts (Tenor) und Ingo Weiser (Nass) bei.

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