Herzogenrath: Interkulturelle Woche: Menschen auf der Flucht im Blickpunkt

Herzogenrath: Interkulturelle Woche: Menschen auf der Flucht im Blickpunkt

„What about the Truck?“, fragte ein junger Albaner. Der Flüchtling war neugierig auf die interaktive Ausstellung im großen Sattelschlepper. Das Fahrzeug hatte unübersehbar großen Raum in der Strasser Josefstraße eingenommen. Der Missio-Truck machte Station.

Er thematisierte Menschen auf der Flucht. Die „Interkulturelle Woche“ wurde mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Strasser Josefskirche eröffnet. Pastor Bobby van den Berg und Pfarrer Frank Ungerathen gingen dabei auf Fluchtursachen und -bewegungen ein.

Handlungswege aufgezeigt

Direkt nach dem Gottesdienst war bei bestem herbstlichen Sonnenwetter sowohl draußen, als auch in der Kirche die Tafel mit leckerstem Essen gedeckt und auch die vielen in Herzogenrath lebenden Flüchtlinge, die der Einladung der katholischen und der evangelischen Kirche gefolgt waren, machten den Tag zur gewünscht bunten Begegnung.

Das Interesse am Truck war groß. „Fliehen müssen stellt das Leben auf den Kopf und zieht dir den Boden unter den Füßen weg“. Diese Überschrift am Beispiel von Bürgerkriegsflüchtlingen im afrikanischen Ostkongo, die im Truck ausführlich gezeigt wurde, konnten indes alle anwesenden Flüchtlinge mit ihrer je eigenen Geschichte teilen. Über 60 Millionen Menschen sind derzeit vor Verfolgung, Menschenrechtsverletzungen, Krieg, Trockenheit und Wassermangel, Katastrophen, Perspektivlosigkeit und Hunger unterwegs auf der Flucht und eine im Vergleich eher geringe Zahl kommt nach Europa.

Die Seele der Ausstellung ist aber nicht nur die Darstellung der Fluchtgründe und seine Auswirkungen, sondern es werden auch beispielhaft Handlungsmöglichkeiten kirchlicher Partner wie des Internationalen Hilfswerks Missio in den Herkunftsländern selbst durch Soforthilfe, Traumaarbeit und Wiedereingliederung in die Gesellschaft gezeigt.

Auch wird der Lebensleistung der Flüchtlinge Rechnung getragen. Alle Besucher waren sich schließlich weitgehend einig, dass niemand einfach so sein Heimatland verlässt und dass sich auch deswegen die Christen vor allem dahingehend einsetzen müssen, dass nicht nach Flüchtlingen erster und zweiter Klasse unterschieden werden darf.