Baesweiler: Interessantes zur „Autobahn“ der Antike

Baesweiler: Interessantes zur „Autobahn“ der Antike

Sie war so etwas wie eine „Autobahn“ der Antike: die Via Belgica. Mit Sommer- und Winterfahrbahnen, mit eingebauten Schleifen, um beispielsweise den Begegnungsverkehr bergauf und bergab zu regeln. Dazu gab es unter anderem Meilensteine — und eine Zollstation in Aldenhoven.

Alexander Plum, profunder Fachmann des Geschichtsvereins Baesweiler, zeichnete viele Spuren der Via Belgica nach. Diese von den Römern errichtete Straße führte von Köln bis Boulogne-sur-Mer und wurde von einer ganzen Reihe ziviler Siedlungen eingegrenzt. Die Bedeutung der Straße — nicht nur für Baesweiler — fasste Historiker Plum in einen sehr lebendigen Vortrag zusammen, gehalten im Restaurant „Zur Alten Schmiede“, und zwar im Auftrag des Geschichtsvereins Baesweiler und der Volkshochschule Nordkreis.

Eingangs des reich mit wertvollen Bildern bestückten Vortrags stellten Geschichtsvereinsvorsitzende Catharina Scholtens und Daniela Freiberger (VHS) den Referenten vor. Begleitet mit dem Hinweis, dass man über die Resonanz sehr zufrieden sei. Viele der teils sehr bedeutenden Funde entstammten dem Tagebau, erklärte Plum. Dies sind Hinweise auf die Organisation des Verkehrs oder auch auf die Unterbringung der Reisenden und auf Dienste aller Art, die angeboten wurden. „Die Römer brachten den Weinbau mit, hatten aber auch das Land mit und mit ausgebeutet“, belegte er. Denn schon damals wurde eine Masse an Rohstoffen für Bauten und Wirtschaft eingesetzt.

Neben der Beschreibung von großen Siedlungsanlagen — eine befand sich in einer für damalige Verhältnisse beträchtlichen Ausdehnung von fast einem Kilometer in Baesweiler selbst — erfuhren die Besucher nicht nur den exakten Straßenverlauf der Via Belgica. Auch Spuren von Wohnstallhäusern, Streugehöften oder Fischteichen wurden gefunden. Alexander Plum vermittelte den mehr als 50 Besuchern des Vortrages auch einen Einblick, wie man mit geophysikalischen Messungen exakte Hinweise sammelte. So konnte man beispielsweise rekonstruieren, wie ein ganzes Dorf leer hinterlassen wurde, weil die Bevölkerung vor dem herannahenden Militär geflohen war.

Nach eineinhalb Stunden Bild- und Wortinformation war die Wissensbegierde richtig geweckt. So beantwortete Alexander Plum gerne auch noch weitere Detailfragen aus dem Publikum.

(mas)