Alsdorf: Infos zum Volksleiden: Wenn Schwindel zum Alltag wird

Alsdorf: Infos zum Volksleiden: Wenn Schwindel zum Alltag wird

„Man ist mir schwindelig!“ Dieser Satz wird jedem schon einmal über die Lippen gegangen sein. Ist der Grund nicht das berühmte „letzte Glas Wein“ an einem Abend mit Freunden, kann Ernsteres dahinter stecken. Das „mha“-Gesundheitsforum der Katholischen Stiftung des Marienhospitals Aachen bot in der November-Ausgabe seinen Besuchern allerhand Wissenswertes über das Volksleiden.

Zum Thema „Schwindel: Diagnostik und Therapie“ wurde Dr. Stefan Meyring vom Marienhospital Aachen begrüßt.

Für eine fundierte Diagnose der Schwindel-Erkrankung sind laut Dr. Meyring zwei Faktoren der Betroffenen entscheidend: Wahrnehmung und Interpretation. „Kein Schwindel ist wie der andere, die Medizin ist darauf angewiesen, dass Patienten ihre Symptome genauestens beobachten und schildern können. So kann der Arzt dann nach fünf Gesprächsminuten einen genaueren Befund abgeben.“

Unterschieden wird dabei auch zwischen Drehschwindel, Schwankschwindel oder einer Gleichgewichtsstörung. Bekannte Begleitsymptome sind Übelkeit, Tinnitus oder „Wackelbilder“.

Zu den häufigsten Befunden gehöre laut Meyring der positionsabhängige Schindel. „In diesem Falle lösen sich bei Bewegungen Partikel im Innenohr und geraten in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans.

Die Reizung verursacht widersprüchliche Informationen im Hirn, was zu Schwindel führt.“ Medikamentös sei dieser Form des Schwindels kaum beizukommen, vielmehr löse sich der Partikel bei entsprechender Bewegung von selbst und der Schwindel höre auf.

Generell sollte beachtet werden, dass Schwindelbeschwerden durch Rauchen, Übergewicht oder Bluthochdruck stark begünstigt werden. Vor allem bei sich langfristig einstellenden Symptome rät Meyring zum schnellen Arztbesuch: „Derartige Beschwerden können — sofern die Ursachen im Gehirn zu finden sind — im schlimmsten Falle Vorboten eines Hirninfarkts sein. Eine frühzeitige Beobachtung bzw. Behandlung ist daher ratsam.“

Das Motto des Forums — „Auf den Körper hören, den Körper verstehen“ — traf einmal mehr voll ins Schwarze. Brigitte Hinkelmann vom Förderverein der Katholischen Stiftung des Marienhospitals Aachen und Mitglied der AsF-Alsdorf freute sich besonders über das stetig wachsende Interesse.

Für das anstehende Jahr sieht sie sich gut gewappnet. „Wir sind froh, schon jetzt das komplette Programm des Gesundheitsforums für 2017 präsentieren zu können. In Sachen Themenauswahl konnten wir viele Wünsche unserer Stammgäste umsetzen“, sagte Hinkelmann. Los geht es am 18. Januar, wenn Dr. Anne Hunold vom Marienhospital zum Thema „Moderne Therapiemöglichkeiten bei altersbedingter Netzhauterkrankung“ spricht.

(yl)