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In Würselen kostet Wauwau am meisten Hundesteuer

Hundesteuer im Nordkreis : In Würselen kostet Wauwau am meisten

Der Bund der Steuerzahler hat einen Hundesteuervergleich für sämtliche 396 Kommunen NRW veröffentlicht. Die vier Nordkreisstädte liegen im Mittelfeld.

Der beste Freund des Menschen kann ganz schön teuer werden, und zunächst mal liegt das natürlich an den Bedürfnissen des besten Freundes selbst. Je nach Appetit und Fassungsvermögen frisst er dem Herrchen die sprichwörtlichen Haare vom Kopf, und richtig teuer kann es beim Tierarzt werden. Dass nebenbei noch Vater Staat dem Herrchen die Hundesteuer aus der Tasche zieht, fällt da eigentlich kaum noch ins Gewicht. Oder man empfindet es als umso ärgerlicher, das ist eine Frage des Standpunkts.

Spanne von 24 bis 180 Euro

Es liegt in der Natur der Sache, dass der Bund der Steuerzahler (BdSt) zu letzterer Ansicht neigt. Die Mitarbeiter haben sich nun sogar die Mühe gemacht, die Hundesteuersätze für sämtliche 396 Kommunen zusammenzustellen, die es in Nordrhein-Westfalen gibt, und das Werk unter dem durchaus bedeutungsschweren Titel „Der große Hundesteuer-Vergleich für NRW“ veröffentlicht. Nun dürften Bürger, die ihren Wohnort nach der Höhe der Hundesteuer auswählen, eher die Ausnahme sein. Die sich auftuenden Unterschiede sind aber durchaus beträchtlich: Am wenigsten müssen nordrhein-westfälische Hundehalter in Lienen abdrücken, nämlich jedes Jahr 24 Euro für den ersten Hund, das gegenteilige Extrem bildet Hagen mit 180 Euro.

Die Nordkreiskommunen bewegen sich, grob gesagt, im Mittelfeld. In Baesweiler zahlen Hundehalter für den ersten Hund 75, in Alsdorf und Herzogenrath jeweils 96 und in Würselen 100 Euro. Deutlich teurer wird es, wenn man sich mehr als einen Hund zulegt. Bei zwei Tieren zahlen Hundehalter in Baesweiler zweimal 90 Euro, in Herzogenrath zweimal 108 Euro, in Alsdorf zweimal 120 Euro und in Würselen zweimal 140 Euro. Bei drei Hunden sind es in Baesweiler 102 Euro, in Herzogenrath 120, in Alsdorf 144 Euro und in Würselen 170 Euro pro Fellnase.

Übers Jahr betrachtet sind das noch immer halbwegs überschaubare Summen. Richtig ins Geld gehen dagegen als gefährlich eingestufte Hunde, also Kampfhunde. In Baesweiler freut sich die Kämmerei über 600 Euro für ein solches Exemplar, in Alsdorf über 660, in Herzogenrath über 768 und in Würselen sogar über 720. Wer sich mehr als einen solchen Zeitgenossen zulegt, ist also sogleich locker im vierstelligen Bereich. Den Kommunen dürfte es bei diesen horrenden Sätzen weniger ums Geld gehen als um den Wunsch, möglichst wenigen Kampfhunden ein Zuhause zu bieten. NRW-weit ist dieser Wunsch offenbar in Heimbach am stärksten ausgeprägt, wo für einen Kampfhund 1200, für zwei 3600 und für drei 5400 Euro gezahlt werden müssen, was vermutlich noch dem größten Kampfhundefreund seine Lieblinge vergällt.

Am Anfang war die Tollwut

Dass man keine Hunde wollte, und zwar gar keine, war übrigens auch der Grund dafür, dass die Hundesteuer eingeführt wurde: Im 19. Jahrhundert sollte so der Tollwut begegnet werden. Heute ist sie in Deutschland so gut wie ausgerottet, die Hundesteuer aber hat überlebt.

Wie jede Steuer kann man die Hundesteuer aber natürlich auch nutzen, um Anreize zu setzen. Viele NRW-Kommunen befreien Halter von der Hundesteuer, wenn der Familienzuwachs aus dem Tierheim kommt, unter ihnen finden sich auch Alsdorf, Baesweiler und Herzogenrath, wo die Befreiung je zwei Jahre wirksam bleibt. Würselen ist die einzige Nordkreiskommune, in der es keine solche Regelung gibt.

(jpm)