Alsdorf/Nordkreis: In „Perspektiv-Centren“ machen Jobcenter und VABW fit für den Arbeitsmarkt

Alsdorf/Nordkreis : In „Perspektiv-Centren“ machen Jobcenter und VABW fit für den Arbeitsmarkt

Kurze Wege, intensiver Austausch und enge Zusammenarbeit zwischen Kunden, Träger und Jobcenter — die Anforderungen an die neuen „Perspektiv-Centren“ stellten Planer wie Auftraggeber vor eine große Herausforderung. Knappe fünf Monate ist es derweil her, dass fünf solcher Förderzentren in der Städteregion an den Start gingen.

Für den Nordkreis befindet sich die zuständige Anlaufstelle im Industriegebiet Schaufenberg, Joseph-von-Fraunhofer-Straße 3a-d, Alsdorf. Hauptziel der Verantwortlichen war es, die bislang in einzelnen Maßnahmen absolvierten Förderketten „unter einem Dach“ anbieten zu können.

Es spiele ferner keine Rolle, ob die Kunden des Jobcenters dem Arbeitsmarkt nah oder fern seien. Der für die Durchführung beauftragte Träger ist der „Verein für allgemeine und berufliche Weiterbildung“ (VABW). In den Genuss der zielgerichteten und individuellen Förderung sollen pro Halbjahr etwa 140 Kunden kommen. Die Geschäftsführer des Jobcenters (Frank Numan) und des VABW (Stefan Graf) trafen sich zusammen mit Mitarbeitern beider Institutionen mit unserer Zeitung und berichteten über die ersten Monate.

Graf zeigte sich sichtlich erfreut über die bislang gut harmonierende und konstruktive Kooperation mit dem Jobcenter: „Unser Angebot ist nichts von der Stange. Wir können Berufssuchenden individuelle Orientierung bieten.“ Ein Großteil der Arbeit im Zentrum bestehe darin, den Suchenden die Mittel und die Fähigkeiten bereitzustellen, um sich für den Arbeitsmarkt in Stellung zu bringen.

Einer dieser „Suchenden“ ist Alexander Fuchs, der aus gesundheitlichen Gründen dereinst eine Ausbildung zum Koch abbrechen musste. Der sympathische junge Mann ist seit Mitte Mai die „gute Seele“ in der hauseigenen Küche. „Nach meiner Erkrankung habe ich lange nichts gemacht. Ich bin sehr froh, über das Perspektiv-Centrum diese neue Chance erhalten zu haben.“, erzählte Fuchs unserer Zeitung. Auch seine Chefin Hilma Schlag (VABW) aus dem Küchenteam profitierte vom ersten Tag an: „Alex ist ein Musterbeispiel. Er hat Spaß an dem, was er tut, und versprüht diesen Enthusiasmus in jeder Sekunde.“

„Maßnahmen-Müdigkeit“ ist für Fuchs ein Fremdwort. Seit er sein Leben laut eigener Aussage seit Arbeitsbeginn im Zentrum „komplett umgekrempelt“ und neue Struktur in den Alltag gebracht hat, fühlt er sich besser denn je. Bis zu 39 Esser verköstigen sein Team und er am Tag. Vom Einkauf bis zum Servieren — jeder Schritt ist gut durchdacht und mache Spaß: „Viele Kantinenbesucher haben es wahrscheinlich schlechter als unsere Gäste“, vermutete Fuchs schmunzelnd.

Über die eigene Arbeit qualifizieren — das sei die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Rückführung an den Arbeitsmarkt. Über Mini- und Teilzeitjobs oder Praktika soll der Einstieg gewährleistet werden. Laut Graf sind es mittlerweile schon die Firmen, die aktiv auf die Einrichtung zukommen. Für Alex Fuchs käme beispielsweise eine Laufbahn als Ernährungs- oder Fitnessberater in Frage. Unter anderem unterstützt ihn auch ein Jobcoach bei der Erlangung der notwendigen Qualifikationen.

18 der zurzeit insgesamt 125 Teilnehmer des Perspektiv-Centrums konnten bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen vermittelt werden, elf davon sogar in Vollzeit. Der Kontakt nach Alsdorf bleibe darüber hinaus bestehen, Nachberatungen und weitere Betreuung werden angeboten. Das Jobcenter „flankiert“ die Vorort-Arbeit des VABW. Ein eng verzahntes System hat sich zwischen beiden Institutionen aufgebaut.