Herzogenrath: In Pannesheide unterstützen zwei Bürgerarbeiter das DORV-Projekt

Herzogenrath: In Pannesheide unterstützen zwei Bürgerarbeiter das DORV-Projekt

Sie strahlen Optimismus aus und sind gespannt auf die neuen Erfahrungen im Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern in Pannesheide.

Arnold Winands (45) und Stefan Göttgens (43) werden im Zuge des Bundesprogramms Bürgerarbeit das ambitionierte DORV-Projekt (Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung) an der Pannesheider Straße 61 unterstützen. Offenheit und Gesprächsbereitschaft war die Grundvoraussetzung für ihre Anstellung: Eine ihrer ersten Aufgaben ist die zweite aktivierende Bürgerbefragung im Dienste der Angebotspalette des DORV-Ladens.

Ideen sammeln

„Die Bürger wissen selbst am besten, was sie brauchen und was ihnen guttut”, sagt Projekt-Mitinitiator Wilfried Hammers. Und genau das sollen Arnold Winands und Stefan Göttgens in den kommenden Wochen per Hausbesuch herausfinden. Dazu gehört aber auch, und darüber machen sich die DORV-Initiatoren keine Illusionen: Die Nachbarschaft muss für die vielfältigen Möglichkeiten des Nahversorgungszentrums neu sensibilisiert werden, die Resonanz könnte einfach besser sein. Mitunter dicke Bretter bohren ist also für die beiden Bürgerarbeiter angesagt. „Ich habe im Vertrieb gearbeitet, ich weiß, was auf mich zukommt”, lacht Stefan Göttgens.

Staubsauger hat er einst verkauft, jetzt möchte er Ideen sammeln und Impulse vermitteln. Keinesfalls sollen dabei nur die Defizite des Ortsteils eruiert werden, sondern auch mögliche Kompetenzen der Nachbarn, die sich vielleicht auch gerne in den DORV-Prozess miteinbringen würden? So freuen sich Göttgens und Winands auf gute Gespräche. Und wer keine Zeit hat, wenn sie an der Tür schellen, kann mit ihnen auch gerne einen gesonderten Termin ausmachen.

Eine ziemliche Auswahl an Bürgerarbeit-Jobs war Stefan Göttgens seitens des Jobcenters angeboten worden, doch die anspruchsvolle Aufgabe im DORV reizte ihn besonders. „Ich wäre auch zur Mittagstisch-Initiative in Straß gegangen”, erzählt er augenzwinkernd. „Aber da hieß es, dieser Job sei vielleicht besser für Frauen geeignet.”

Der gelernte Pflegediensthelfer Arnold Winands hatte sich im Internet über die Möglichkeiten der Bürgerarbeit kundig gemacht, nachdem ein Fernsehbeitrag sein Interesse geweckt hatte. Die Arbeit im steten Kontakt mit Menschen liegt ihm. So freut er sich auch auf das nächste geplante Projekt des DORV, das er und sein Kollege mit organisieren sollen, als Angebot in Kooperation mit der benachbarten Grundschule: Immer wenn Kinder aus dem Ortsteil kurzfristig betreut werden müssen, sollen sie eine beaufsichtigte Spielmöglichkeit im schuleigenen Naturspielgarten bekommen.

Mögliche weitere Tätigkeitsbereiche der Bürgerarbeiter könnten je nach Bedarf Urlaubs- oder Winterdienste für die Anwohner sein, kleinere Gartenarbeiten, Hundesitting, niedrigschwellige Dienstleistungen im handwerklichen Bereich oder die Organisation von Haushaltshilfen. Keinesfalls sollen Göttgens und Winands in Konkurrenz zu professionellen Anbietern und Betrieben treten, sondern vielmehr entsprechende Einsätze koordinieren helfen.

Und was für Pläne gibt es im DORV-Laden selbst? Der zurzeit geschlossene Imbiss wird umstrukturiert: Leckere Crepes sollen zur Spezialität und damit als Alleinstellungsmerkmal demnächst schon auf der Speisenkarte stehen.

Über 50 zusätzliche Stellen im Nordkreis

Optimale Rahmenbedingungen mit sozialpädagogischer Begleitung und Fortbildungsmöglichkeiten sollen die 21 (ab 1. April 19) Bürgerarbeiter in Roda haben, hatte Bürgermeister Christoph von den Driesch zu Beginn als Devise ausgegeben. Partner ist das Nell-Breuning-Haus. Keiner der Plätze ist bei der Stadt, sondern alle bei Vereinen und ortsansässigen Trägern eingerichtet.

Partner< unter anderem für Alsdorf (9, ab 2. April 12 Bürgerarbeiter) und Würselen (5, ab 2. April 7 Bürgerarbeiter als City-Service, Objekt-Scouts oder Unterstützung in Kitas) ist der VABW.

In Baesweiler sind aktuell 12 Bürgerarbeiter beschäftigt.

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