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Würselen: In Jugendhilfe droht ein Desaster

Würselen : In Jugendhilfe droht ein Desaster

In den offenen Jugendtreffs der Pfarrgemeinden herrscht Unmut und Wut: Über die politischen Entscheidungsträger in Düsseldorf.

Durch massive Kürzungen werde die pädagogische Jugendarbeit in den Offenen Türen gefährdet, wenn nicht gar unmöglich gemacht.

In Würselen formiert sich Protest. Jugendliche und junge Erwachsene der Kleine Offenen Tür (KOT) St. Sebastian griffen das Thema im Jugendgottesdienst in der Pfarrkirche auf. „KOT - mittwochs geschlossen”, malten die Jugendlichen ein düsteres Szenario an die Wand.

In drei Spielszenen verdeutlichte das KOT-Team, was der Jugendarbeit in den Kommunen blühen könnte, falls die Pläne der Landesregierung umgesetzt würden: Kleine Offene Türen seien kaum noch fortzuführen.

Vor den verschlossenen Türen geraten die jungen Leute in Streit, die Auseinandersetzung eskaliert in Gewalt, zum Beispiel eine Brandstiftung am Hauptschulkiosk. In der Kirche wurde es dunkel, eine Stichflamme stieg empor. Die jungen Leute wiesen auch auf die Bestandsgefährdung vieler Kindergärten hin und dass wichtige Freizeitmaßnahmen wie die Pfadfinderarbeit auch nicht mehr angeboten werden könnten.

„In der Jugendhilfe droht ein Desaster”, sagte Kaplan Tran. Die soziale Infrastruktur stehe auf dem Spiel: Denn die Förderung Offener Formen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit aus Mitteln des Landesjugendplans in den Haushaltjahren 2004/2005 solle um rund 18 Millionen Euro gestrichen werden: „Die Folgen wären verheerend. 100000 Kinder und Jugendliche stünden auf der Straße, ohne Betreuung, ohne Förderung, ohne verlässliche Bezugspersonen”.

Im Kindergartenbereich würden bis zu 200 Gruppen geschlossen. Hier werde „zu Lasten von Kindern und Jugendlichen gespart”, sagte der Kaplan, der auf ein weiteres Problem hinwies: „Was auf der einen Seite gespart werden soll, erhöht letztlich die sozialen Kosten an anderer Stelle.”

Der Kaplan forderte auf, „den Kindern und Jugendlichen in ihrem Protest beizustehen”. Die Jugendlichen der KOT St. Sebastian unterstützen die Volksinitiative „Jugend braucht Zukunft! - Wir machen Druck! - Gegen die Kürzung des Landesjugendplans”.

Unterschriftslisten liegen im Rathaus am Morlaixplatz bereit: montags bis freitags, 9 bis 12 Uhr, zusätzlich dienstags, 14 bis 16 Uhr, und donnerstags, 14 bis 17 Uhr.