Alsdorf: In Alsdorf wird das Internet schneller

Alsdorf: In Alsdorf wird das Internet schneller

Ganz leicht ist es nicht gewesen. Drei Jahre Vorlauf und viele, auch gescheiterte, Gespräche mit potenziellen Projektpartnern brauchte es, aber nun steht fest: Nach Würselen wird im Nordkreis auch Alsdorf schnelles Internet bekommen.

Zumindest zu 97 Prozent. Das teilte Bürgermeister Alfred Sonders am Montag beim Pressetermin im Rathaus mit. Damit werde man einem Ergebnis aus den Stadtteilkonferenzen gerecht, bei denen schnelleres Internet mehrfach als Wunsch geäußert worden sei.

16 von 17 Ortsteilen werden vorerst angeschlossen, Duffesheide/Reifeld schauen noch in die Röhre — oder ins Leerrohr, wenn man so will. Die betroffenen rund 200 Haushalte befinden sich sowohl von Würselen als auch von Alsdorf aus gesehen zu weit ab vom Schuss. Für alle anderen, rund 18 000 Privathaushalte und 400 Firmen, sollen in zwei Jahren Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s möglich sein. Der Upload soll von zehn auf 40 Mbit/s gesteigert werden.

Die vier Partner

Möglich machen das drei Infrastrukturunternehmen — Enwor (Energie- und Wasser vor Ort), EWV (Energie- und Wasser-Versorgung) und EVS (Euregio Verkehrsschienennetz) — und ein Netzbetreiber: NetAachen. In dieser Konstellation ist die Zusammenarbeit bislang einmalig und ohne Sonders wäre sie auch nicht zustandegekommen, ließen die frischen Partner durchblicken.

In der Praxis sieht die Kooperation so aus: Enwor ist für den Ausbau und den Unterhalt des Glasfasernetzes zuständig, NetAachen für die Systemtechnik. „Von rund 42 Kilometern Glasfaserkabel müssen wir nur 15 in offenen Gräben neu verlegen“, erläuterte Stephan Hunze, Technischer Prokurist bei Enwor. Bei den 27 verbleibenden Kilometern könne Enwor auf 13 Kilometern eigene Leerrohre nutzen, auf den restlichen 14 kann das Unternehmen auf die Leerrohre von EWV/Regionetz und EVS zurückgreifen.

Leerrohre werden seit geraumer Zeit prophylaktisch bei Tiefbauarbeiten verlegt, um ein späteres erneutes Aufreißen der Erde zu vermeiden. Selbst an den Stellen, wo neue Rohre verlegt werden müssen, werde es zu keinen Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs kommen, sagte Hunze. Es handele sich um kleinere Nebenstraßen. Auch die Euregio Schienennetz versicherte, dass der Bahnverkehr nicht unter dem Verlegen des Kabels leiden werde.

Wie das Netz aussieht

Von zwei zentralen Verteilerstellen aus wird sich das Netz über 127 neue, von NetAachen installierte Punkte übers Stadtgebiet ausweiten. Diese werden unmittelbar neben den vorhandenen Kabelverzweigern der Telekom aufgebaut. Hier erfolgt der Wechsel von Glasfaser auf Kupfer. In der Regel sind es dann noch 500 Meter „Kupferstrecke“ bis in die Haushalte. In Neubaugebieten wird das Glasfaserkabel direkt bis ins Haus gelegt. Etwa an der Alfred-Brehm-Straße.

Das Investitionsvolumen beträgt rund vier Millionen Euro. 1,8 Millionen Euro kostet NetAachen alleine die Systemtechnik, mit zwei Millionen kalkuliert Enwor. Öffentliche Zuschüsse gibt es nicht. NetAachen muss als Mieter der Infrastruktur die Gesamtsumme wieder einspielen. „Reich werden wir damit nicht“, meinte Andreas Schneider.

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