Würselen: Im Stadtgarten wird ein Skate-Pool gebaut

Würselen: Im Stadtgarten wird ein Skate-Pool gebaut

Auf Empfehlung der Spielplatzkommission beschloss der Jugendhilfeausschuss einstimmig, die Spielplätze Auf der Weide, Rathausstraße und Maria-Merian-Weg aufzugeben.

In der Fortschreibung der Spielleitplanung hatte das Planungsbüro „Stadt-Kinder” (Dortmund), das auch den Spielleitplan erstellt hat, in einer Bedarfsanalyse die Spielplätze der Stadt „auf eine Überlappung der Einzugsgebiete und die weitere Notwendigkeit der Vorhaltung anhand der Altersgruppe der potenziellen Nutzer im Einzugsgebiet” überprüft.

Keine leichte Entscheidung

Sie war dabei zu dem Ergebnis gelangt, dass die drei genannten Plätze nicht mehr benötigt werden. Dass bei den Überlegungen der demographische Wandel in den Wohnquartieren eine Rolle gespielt habe, unterstrich die Vorsitzende des Ausschusses, Eva-Maria Voigt-Küppers (MdL), in der Sitzung. Die meisten Kinder seien so groß geworden, dass sie die verbleibenden Angebote nutzen könnten, bat sie eine Mutter, die von der Empore aus ihre Bedenken angemeldet hatte, um Verständnis. Voigt-Küppers: „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.”

Es werden aber nicht nur drei Kinderspielplätze aufgegeben. Vielmehr wurde auf Beschluss des Ausschusses bei anderen eine Änderung der Nutzung vorgenommen.

Der Dorfplatz in Linden-Neusen wird als Spielfläche zwar aufgegeben, soll aber als Sonderfläche erhalten bleiben. Da Spielgelegenheiten auf dem angrenzenden Schulhof vorhanden sind, werden die Spielgeräte nicht erneuert. Am Karlsplatz soll der Spielbereich zwar erhalten bleiben, doch wurde er als Quartiersplatz festgelegt und soll gegebenenfalls mit den Bürgern geplant und gestaltet werden. Das soll auch mit dem Platz an der Akazienstraße passieren. Auf Kleinkinder soll der Spielplatz an der Pfarrer-Thome-Straße ausgerichtet werden. Die Heidestraße soll als Quartiersplatz erhalten bleiben. Die Zugänge sollen verbessert werden. Auch hier sollen bei der Planung die Bürger einbezogen werden. Auf dem Markt in Weiden werden die Spielgeräte entfernt. Bis zu seiner Umgestaltung soll er als Skater-/BMX-Anlage genutzt werden.

Auf der großen Kalkhalde (Elchenrather Straße/Kreuzstraße) soll der untere Tennisplatz für Jugendangebote im Zuge der mobilen Jugendarbeit genutzt werden. Die Halde soll - so Fachbereichsleiter Herbert Zierden - als Spiel- und Erlebnisort mehr noch als bisher bekannt gemacht werden. Für organisierte Spielaktionen, gegebenenfalls unter Einbeziehung der Anwohner, soll der Platz am Haaler Dreieck künftig zur Verfügung stehen. Intention der Bedarfsplanung ist es laut Zierden, „die ganze Stadt mehr als bisher bespielbar zu machen”.

Mit der Frage, wie die Skater-Anlage im Stadtgarten für Fortgeschrittene aufgemöbelt werden könne, beschäftigte sich der Jugendhilfeausschuss ebenfalls. Im Vorfeld hatten interessierte Jugendliche schon mit einer Firma Kontakt aufgenommen, die bereits gewerblich Anlagen in verschiedenen Städten gebaut hat. Sie hatte einen Skate-Pool ins Spiel gebracht. Nach einer ersten Kostenschätzung würde sich die Erstellung auf 37.000 Euro belaufen.

Dieser Betrag könne - so Zierden - jedoch nicht ausschließlich aus Mitteln der Spiel- und Bolzplätze bestritten werden, „da immer noch umfangreiche Sanierungsarbeiten für Spielplätze anstehen”. Doch habe die AG „Stadt der Kinder” dieses Projekt in der letzten Sitzung der Arbeitsgruppe befürwortet, „zumal auch Spielmöglichkeiten für Jugendliche weiter ergänzt und neu gestaltet werden müssen”.

Baubeginn in den Ferien

Nunmehr sollen die Kosten für die Erstellung des Skate-Pools einmal dadurch reduziert werden, dass Jugendliche an den baulichen Maßnahmen beteiligt werden. Was einige von ihnen auch schon zugesagt hätten. Außerdem soll versucht werden, über Sponsoring die Kosten deutlich zu reduzieren. Für den Haushalt 2012 sind 20.000 Euro angemeldet. Der Rest müsse - so Zierden - anderweitig aufgebracht werden.

Da die Maßnahme in den Osterferien schon angegangen werden müsse, damit die Anlage im Sommer zur Verfügung stehe, dränge die Zeit. Der Ausschuss gab in der von der Verwaltung dargestellten Form seinen vorläufigen „Segen” dazu.