Würselen: IG Markt hält an Forderung nach zwei Fahrspuren fest

Würselen: IG Markt hält an Forderung nach zwei Fahrspuren fest

„Die Bürger endlich mit ins Boot holen”, das fordert Günter Dümont, Sprecher der Interessengemeinschaft Kaiserstraße/Markt, bei der Planung für die Verkehrsführung im Schatten der Pfarrkirche St. Sebastian (im Volksmund gerne „Dom” genannt.

Er erinnert an die am 27. November 2010 durchgeführte Bürgerversammlung. Sie habe gezeigt, dass von den anwesenden Bürgerinnen und Bürger jegliche Bebauung vor der Kirche St. Sebastian mit überwältigender Mehrheit abgelehnt worden sei (weit über 200 Nein- zu 9 Ja-Stimmen).

Für die im Rat vertretenden Volksvertreter ein wichtiger Wegweiser. Dümont: „So überwältigend wurde auch in drei Versammlungen der IG. seit dem Jahr 2005 abgestimmt.”

„Tor zur Innenstadt”

Der IG-Sprecher zum Stand der Planung: „Am 15. Februar stand nun im Ausschuss für Stadtentwicklung, Straßenbau, Umwelt und Verkehr die für die nächsten Jahrzehnte entscheidende Verkehrslenkung von Kaninsberg kommend über die Oppener Straße am Jugendheim und an der Schule Friedrichstraße vorbei zur Innenstadt (Sebastianusschleife) an.

Bei der Bürgerversammlung wurde die Verkehrsführung noch mit zwei Kreisverkehren (Einmündung Drischer Straße/Wilhelmstraße sowie Friedrichstraße/Wilhelmstraße) vorgestellt und favorisiert. Nach Ausarbeitung der Variationsmöglichkeiten empfahl die Verwaltung dem Ausschuss nur noch einen Kreisverkehr, und zwar den an der Drischer Straße/Wilhelmstraße empfohlen.

Als Alternativlösung zu diesem Kreisverkehr stellte Günther Gessenich von Ing.-Büro Geha die Einmündung Drischer Straße/Wilhelmstraße mit einer T-Einmündung vor. Er verschob dabei den dort geplanten Kreisverkehr zur Sebastianusstraße, und zwar von der Oppener Straße kommend zwischen Pfarrhaus und Kaplanei im Bereich der Abzweigung zur Drischer Straße (derzeitig Parkplatzes im Zuge des Fahrlabyrinths).”

Mit haushoher Mehrheit (CDU, FDP, UWG und Grüne) sei diese Alternativlösung als „Tor zur Innenstadt” mit gleichzeitiger Bremswirkung und guter Übersicht für Fahrzeugführer, Radfahrer und Fußgänger beschlossen. Dümont: „Man fährt also nicht erst nach rechts um die Ecke zum Kreisverkehr, sondern vom vorhanden Kreisverkehr Oppener/Haaler Straße direkt auf den nächsten zu.

Lediglich die Ausschussmitglieder der SPD konnten oder wollten sich hierfür nicht entscheiden. Sie plädierten für den von der Verwaltung vorgeschlagenen Kreisverkehr an der Drischer Straße/Wilhelmstraße. Für mich als Zuhörer auf der Empore des Ratssaales unverständlich, weil sie diesen Kreisverkehr noch vor einiger Zeit als „nicht sinnvoll” angesehen hatten. Ein Schelm, ist wer hier eine politische Verzahnung zur Verwaltungsspitze sieht.”

„Späte Einsicht”

Die jetzt beschlossene Variante sei in den Bürgerversammlungen der IG seit 2005 stets gefordert und an Rat und Verwaltung weitergeleitet worden. Dümont stellt fest: „Späte Einsicht, aber immerhin Bürgerwille!”

Die politische Fährte „Bürger mit ins Boot nehmen” zeige in die richtige Richtung. Das Bürgerboot mit dem Namen „Tor zur Innenstadt” sei mit dem Ausschussbeschluss von der Sache her jedoch nur halb besetzt: „Denn seit 2005 wurde und wird auch heute noch die Zweispurigkeit auf der Straße Markt gefordert.

Neben den Abstimmungen bei IG-Versammlungen bekundeten im Februar 2006 am Markt 475 Passanten und Verkehrsteilnehmer durch Unterschriften, dass sie gegen eine Einbahnstraßenregelung im Bereich Markt/Jugendheim sind. Die wurde in der Bürgerversammlung am 27. März 2010 durch spontanen Applaus noch mal bestätigt. Der jetzt beschlossene Kreisverkehr (Bremswirkung und Fahrzeugverteiler) macht allerdings für die verkehrliche Zukunft nur richtig Sinn, wenn die stets geforderte Zweispurigkeit über den Markt wieder freigegeben wird. Damit nun das Bürgerboot von der Sache her nicht an Schlagseite leidet, bietet es sich an, auch politisch das i-Tüpfelchen noch umzusetzen. Späte Einsicht, aber dann sitzen die Bürger komplett im Politboot.”

Zuschüsse winken

Ein entsprechender Bürgerantrag werde von der IG an den Rat gestellt. Denn nach Auskunft der Bezirksregierung in Köln würden verkehrswichtige Straßen bezuschusst. Für Würselen zutreffend ist der Straßenumbau der Sebastianusstraße bis zum Kank mit dem geplanten Kreisverkehr und der Sebastianusschleife mit T-Einmündung Wilhelmstraße/Drischer Straße bis zur Bahntrasse.

Dümont im Namen der IG: „Auch, wenn der Ausschuss den Markt als Einbahnstraße bereits beschlossen hat, verliert keine Partei ihr Gesicht, wenn eine Kehrtwende im Sinne der Bürgerschaft vollzogen wird. Das praktiziert man selbst in Berlin. Nach dem Motto: „Einsicht kommt vor dem Fall oder was lange gärt, wird endlich gut!